Trotz grosser Überzahl und bunten Gewändern scheiterten die wilden Freischaren am gestrigen Jugendfest-Manöver einmal mehr am Widerstand der Kadetten – weil es der Brauch so will.

Die «Kriegserklärung» an die Stadtbehörden platzte mitten in den Frühschoppen im Rathaus, wo sich Generalpräsident Stephano il notaio ex pralino im Kreise der Honoratioren verlustierte.

Am Nachmittag marschierte eine wilde Horde von gegen 700 Freischaren in der Stadt auf. Dem bunten Haufen von Spanieren, Indianern, Beduinen, Tirolern, Piraten, der Stahlross-Fraktion, Schotten, musikalischen Matrosen & Co. stellte sich ein 300-köpfiges Kadettencorps entgegen.

Der wohl grössere Gefechtsgegner an diesem prachtvollen, heissen Sommertag war jedoch die Hitze. Der Schweiss floss im Einklang mit allerlei Tranksame, mit welcher der Durst unterwegs gelöscht werden musste.

Es war warm am Lenzburger Jugendfest – dieses Auto erlag aber wohl eher seinem Alter

Es war warm am Lenzburger Jugendfest – dieses Auto erlag aber wohl eher seinem Alter.

Grosses Gaudi hatte das zahlreich erschienene Publikum am Showdown auf der Schützenmatte. Dort vereinigten sich Freund und Feind vor der Kanonenburg. Der Kampf zwischen den wilden Freischaren und den disziplinierten Kadetten wogte hin und her. Die Reiter drehten ihre Runden, Kanonen donnerten, Raketen heulten, Pulverdampf vernebelte die Sonne, und aus der Burg loderten schon bald die Flammen hoch in den stahlblauen Sommerhimmel.

Trotzdem verweigerte der Generalpräsident in seiner unverschämten Überheblichkeit lange die Kapitulation und es waren mehrere Efforts der Kadetten nötig, bis Stephano il notaio ex pralino endlich die Waffen streckte und Kadettenhauptfrau Anja Hofstetter den Säbel und die Kriegskasse übergab. Zumindest das, was noch übrig geblieben war. 

Mehr Bilder und Videos? Hier geht es zum Liveticker vom Jugendfest Lenzburg 2018.

Teilnehmerrekord am Freischarenmanöver

Teilnehmerrekord am Freischarenmanöver