Das Hauptgesprächsthema an diesem Abend wurde bereits vor einer Woche bestimmt. Thema war der Regen am Maienzug. «Mir taten die Aarauer so leid», sagte eine ältere Dame, während sie am Hypiplatz auf den Umzug wartete. «Das ist doch eine alte Regel», sagte ein junger Mann zu seinen Freunden. «Wenn es am Maienzug regnet, ist es bei uns schön.» Dieses Jahr trifft die Regel zu. Bei schönstem Sommerwetter strömten die Lenzburgerinnen und Lenzburger auf die Gassen. Liessen sich vom Zapfenstreich-Marsch ins Jugendfestfieber versetzen. Hörten den Tambouren zu, die zum 100-Jahr-Jubiläum so zahlreich wie noch nie aufmarschierten. Beäugten das Kadetten-Kader. «Ah, das ist jetzt die Frau Hauptmann», hiess es und alle stellten sich auf die Zehenspitzen, um einen Blick zu erhaschen. Ein Vorabend, wie er schöner nicht sein könnte.

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Und dazu noch in einem Manöverjahr. Womit das zweite Gesprächsthema auch schon gegeben wäre: Endlich ist wieder Manöver. Freischaren im Gwändli pflügten durch die Menge und verkauften Pins, der Erlös geht an die Freischarenkasse. Als Sujets sind Freischaren oder Kadetten zu haben. Stadtammann Daniel Mosimann hatte an seinem Hemd den Kadetten-Pin angesteckt. Aus gutem Grund. «Natürlich bin ich für die Kadetten», sagte er. «Sie verteidigen schliesslich die Stadt.» Ob ihnen das auch heuer gelingt, zeigt sich heute am Freischarenmanöver. Um 13.30 Uhr sammeln sich die wilden Horden auf dem Freischarenplatz, um 14 Uhr ziehen Freischaren und Kadetten ins Gefecht. Die Wettervorhersage: bestens.