Politverbot

Weil er Grossrat wurde, verlor er seinen Job als Lehrer – nun sucht er einen Job

Entweder oder: Lehrer und Grossrat sein – das geht nicht.

Entweder oder: Lehrer und Grossrat sein – das geht nicht.

Der Lehrer Maurus Kaufmann ist Nachfolger von Irène Kälin im Grossen Rat und musste dafür seinen Job aufgeben, wegen des Unvereinbarkeitsgesetzes.

Der 27-jährige Maurus Kaufmann aus Beinwil am See ist zurzeit auf Stellensuche. Kaufmann hat an der ETH in Zürich Elektrotechnik studiert und die Ausbildung zum Mittelschullehrer absolviert.

Dass er nun keinen Job mehr hat, verdankt er einzig dem Umstand, dass er in den Grossen Rat nachrutschen konnte, und zwar für Irène Kälin, die ihrerseits, nach dem Rücktritt von Jonas Fricker, in den Nationalrat wechseln konnte.

Bis vor wenigen Wochen unterrichtete Kaufmann in einem 80-Prozent-Pensum Mathematik an der Kantonsschule Wettingen. Bei den Grossratswahlen 2016 hatte er es als Kandidat auf der Liste der Grünen im Bezirk Lenzburg auf den ersten Ersatzplatz geschafft.

Entweder oder

Als es um die Nachfolge von Irène Kälin im Grossen Rat ging, musste sich Maurus Kaufmann entscheiden. Entweder er trat das Mandat an und gab dafür seine Stelle als Kantilehrer auf oder er verzichtete auf das Mandat als Grossrat und blieb dafür Kantilehrer mit sicherem Einkommen.

Verantwortlich für diesen Konflikt ist das Unvereinbarkeitsgesetz, das es Lehrpersonen an kantonalen Schulen verbietet, im Grossen Rat mitzuwirken.

Kaufmann gibt Job für Grossrat auf

Kaufmann gibt Job für Grossrat auf

Um die Nachfolge von Irène Kälin anzutreten, kündigt Maurus Kaufmann seine Stelle als Kantilehrer.

Kaufmann entschied sich für den Grossen Rat und kündigte die Stelle als Lehrer. «Der Entscheid fiel mir nicht leicht», sagt Kaufmann. Aber es sei ihm rasch klar gewesen, dass er so handeln müsse. «Die Menschen, die mich gewählt haben, haben ein Anrecht darauf, dass ich sie dann auch im Rat vertrete», erklärt Kaufmann. Zudem habe er Lust auf die Arbeit im Grossen Rat und freue sich darauf, sich zu engagieren.

Vorläufig hat er viel Zeit, um sich ins neue Amt einzuleben. Denn noch hat Kaufmann keinen neuen Job gefunden. Aber er ist zuversichtlich, dass dies bald geschehen könnte. Im Vordergrund steht eine Tätigkeit nicht mehr als Lehrer, sondern als Ingenieur, am liebsten in der Nähe seines Wohnortes.

Als persönlich Betroffener wird sich Kaufmann für die Überweisung des Postulates einsetzen. Mit einer gescheiten Ausstandsregelung müsste es doch möglich sein, auch weiteren Mitarbeitenden des Kantons den Zugang zum Grossen Rat zu ermöglichen, sagt Kaufmann.

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