Birrwil

Weniger Bevölkerung und hohe Investitionen: Steuerfuss soll um fünf Prozent erhöht werden

Ein Traktandum an der Gemeindeversammlung befasst sich mit der Dimmung der Strassenbeleuchtung.

Ein Traktandum an der Gemeindeversammlung befasst sich mit der Dimmung der Strassenbeleuchtung.

Die Gemeinde Birrwil plant für 2020 einen erhöhten Steuerfuss von 95 Prozent. Weniger Zuzüger befürchtet man deswegen nicht. Nun muss die Gemeindeversammlung noch zustimmen.

Im Seetal, wo die Steuerfüsse tendenziell eher sinken, plant die Gemeinde Birrwil, ihren Steuerfuss um 5 Prozenpunkte zu erhöhen. Die Gemeindeversammlung hat am 22. November die Möglichkeit, über das Budget 2020 mit einem Steuerfuss von neu 95 Prozent abzustimmen.

Auch nach der Erhöhung kann Birrwil im Vergleich mit den Nachbargemeinden immer noch bestehen. So liegt der Steuerfuss in Leutwil bei 117 Prozent, in Beinwil am See bei 102 Prozent und Boniswil hat derzeit einen Steuerfuss von 107 Prozent.

Mit Meisterschwanden (65 Prozent) und Seengen (77 Prozent) liegen auch zwei der steuergünstigsten Gemeinden im Kanton auf der anderen Seite des Seeufers.
Gründe für die geplante Steuerfusserhöhung in Birrwil gibt es einige, wie der Gemeinderat in der Traktandenliste zur Gemeindeversammlung am 22. November ausführt.

Die Steuerfusserhöhung sei nicht nur auf den geplanten Schulhausbau zurückzuführen. Die Gemeinde Birrwil habe in den letzten Jahren eine Abwanderung der Bevölkerung zu verzeichnen, obwohl sie topografisch gut gelegen sei. «Der Schulhausbau soll auch die Attraktivität als Wohnort wieder fördern», so der Gemeinderat.

Steuerfuss werde nicht über Zuzug entscheiden

Dass der Steuerfuss erhöht werden muss, war laut Gemeinderat nur eine Frage der Zeit. So sei im Budget 2019 noch ein ausgeglichenes Ergebnis präsentiert worden, dies sei jedoch hauptsächlich auf einen ansehnlichen zu erwartenden Liquidationsgewinn zurückzuführen. Solche Gewinne seien als Ausnahme einzustufen, schreibt der Gemeinderat.

Das Budget 2020 sieht mit einem Steuerfuss von 95 Prozent noch ein Minus von 127'400 Franken vor – ein Steuerfussprozent entspricht in Birrwil etwa 30'000 Franken. «Da nur die Gemeindesteuer betroffen ist, wird sich die zu zahlende Steuerrechnung nicht um fünf Prozent erhöhen», so der Gemeinderat. Bei einer Steuerrechnung von 5000 Franken würden es knapp 120 Franken sein.

Der Ertragsüberschuss von 666'145 Franken aus der Jahresrechnung 2018 könne nicht zu Vergleichszwecken beigezogen werden, heisst es weiter. «Dieses Ergebnis wurde wesentlich durch die Neubewertung der Liegenschaften im Finanzvermögen beeinflusst. Mit der Neubewertung ist kein Geldfluss verbunden, welcher für neue Projekte eingesetzt werden kann», heisst es in der Botschaft. Mit anderen Worten: Es sind nur Buchgewinne.

In Birrwil ist man der Meinung, dass nicht der Steuerfuss über einen Zuzug entscheidet. «Der Stimmbürger und die Stimmbürgerin sind bereit, sich eine gute Wohnqualität etwas kosten zu lassen.» Ähnlich klang es auch in Hallwil, wo der Steuerfuss um zehn Prozentpunkte erhöht werden soll.

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