Medienhäuser
Ziehen Ringier und Axel Springer bald in den Aargau?

Dagegen wirkt der Newsroom der Blick-Gruppe geradezu winzig: Die beiden Medienhäuser Ringier und Axel Springer suchen ein neues Zuhause für ihr geplantes Joint Venture im Zeitschriftengeschäft.

Fabian Hägler
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Hero Areal in Lenzburg

Hero Areal in Lenzburg

Losinger Marazzi

Auf dem Hero-Areal in Lenzburg könnten ab dem Jahr 2017 rund 450 Journalisten von «Schweizer Illustrierte», «Beobachter», «Handelszeitung», «Bilanz», oder «Glückspost» arbeiten.

Wie die «Schweiz am Sonntag» berichtet, prüfen die Medienhäuser Ringier und Axel Springer, ihr geplantes Joint-Venture mit einer Nutzfläche von 10 000 Quadratmetern in der Überbauung «Im Lenz» beim Bahnhof anzusiedeln.

Gemäss dem Artikel haben dazu schon erste Gespräche mit Landammann Urs Hofmann stattgefunden. Zudem sei vergangene Woche eine Delegation der Stadt Lenzburg bei Ringier in Zürich gewesen, um für den Standort zu werben. Stadtammann Daniel Mosimann wollte sich gegenüber der «Schweiz am Sonntag» nicht konkret dazu äussern. Er sagte der Zeitung lediglich: «In Lenzburg lässt es sich nicht nur gut wohnen, sondern auch gut arbeiten.»

Gespräche mit Urs Hofmann

Samuel Helbling, Sprecher von Volkswirtschaftsdirektor Urs Hofmann, bestätigt auf Anfrage der az: «Der Landammann hat mit Vertretern von Ringier Kontakt gehabt.»

Aufgrund dieser Gespräche habe Hofmann dann die Standortförderung Aargau beauftragt, «mögliche Standorte zu evaluieren und Ringier zu präsentieren». Gestützt darauf hätten danach direkte Gespräche der kantonalen Standortförderung mit Vertretern von Ringier stattgefunden, sagt Helbling.

Der Ringier-Konzern ist im Aargau verwurzelt: Die Eigentümerfamilie stammt aus Zofingen, wo das Unternehmen bis heute seinen Sitz hat.

Laut dem Artikel in der «Schweiz am Sonntag» prüft das Medienhaus weitere mögliche Standorte im Aargau. Helbling sagt dazu: «Die Standortförderung hat mögliche Areale an verschiedenen Standorten geprüft und diese Ringier präsentiert.»

Wo diese liegen, gibt Helbling nicht bekannt: Nähere Angaben seien zurzeit nicht möglich, sagt der Hofmann-Sprecher.

Auf dem Areal «Im Lenz» entsteht derzeit eine Überbauung mit 20 000 Quadratmetern Büro- und Gewerbefläche – die Hälfte könnte künftig vom neuen Medienzentrum belegt werden. Daneben werden insgesamt 500 Wohnungen gebaut – in einer davon wohnt seit Mitte September Werner de Schepper, Chefredaktor der «Schweizer Illustrierten».

Er sagt auf Anfrage: «Dass nun Ringier/Axel Springer offenbar diesen Standort ins Auge gefasst haben, ist reiner Zufall.» Er habe den Verantwortlichen das Areal weder empfohlen, noch sei er vorgängig angefragt worden.

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