Möriken-Wildegg

Zwei Kandidatinnen für einen frei werdenden Sitz: Die Qual der Wahl

Brigitte Becker (FDP) und Monika Müller (SVP) kandidieren in Möriken-Wildegg für den Gemeinderat.

Der Gemeinderat von Möriken-Wildegg wird weiblicher. Gemeinderätin Jeanine Glarner (FDP) wird am 29. November mit grosser Wahrscheinlichkeit als Nachfolgerin von Gemeindeammann Hans-Jürg Reinhart (SVP) gewählt. Für den frei werdenden Sitz kandidieren zwei Frauen.

Auf den ersten Blick sind sich Brigitte Becker (FDP) und Monika Müller (SVP) sehr ähnlich. Beide Mörikerinnen, beide in einem ähnlichen Alter – Becker ist 50, Müller 45 Jahre alt –, beide mit einem eingängigen Namen. Auch auf den zweiten Blick gibt es viele Gemeinsamkeiten.

Beide haben in ihrem Leben den Sprung in die Selbstständigkeit gewagt. Brigitte ­Becker hat 14 Jahre lang in Lenzburg das Blumengeschäft Verde geführt. Monika Müller führt seit 15 Jahren ihre eigene Immobilientreuhandfirma und bietet dazu auch Feng-Shui-Beratungen und Mediationen an. Beide sind verheiratet und haben je zwei Kinder im Teenageralter. Und beide bekleiden schon öffentliche Ämter.

«Ich bin an allen Themen in der Gemeinde interessiert»

Monika Müller ist seit fünf Jahren Mitglied der Schulpflege und seit der Gründung der Kreisschule Chestenberg Schulpflegepräsidentin. «Eine sehr wertvolle Erfahrung», sagt Monika Müller. Es sei eine spannende Aufgabe gewesen, die Schulen zusammenzuführen und eine neue Führungsstruktur aufzubauen. Die Schulpflegen im Kanton Aargau gibt es nicht mehr lange.

Doch Müller möchte gern weiterhin das Leben in der Gemeinde mitgestalten. «Möriken-Wildegg ist eine lässige Gemeinde und ich möchte gern etwas zurückgeben», beschreibt sie ihre Motivation zur Kandidatur. «Ich bin an allen Themen in der Gemeinde interessiert und möchte meine Erfahrung einbringen, sei es aus der Schulpflege oder mit beruflichem Know-how.»

Monika Müller ist in Möriken aufgewachsen und wohnt in ihrem Elternhaus. Für das Amt als Gemeinderätin bringe sie neben ihrer Erfahrung in der Bildung auch Wissen in Finanzen sowie Kommunikation mit. Als Mediatorin ist sie ausgebildet, Konflikte mit Gesprächen zu lösen.

«Das ist eine wertvolle Ergänzung für meine Arbeit, beispielsweise bei Stockwerkeigentümerversammlungen», sagt sie. Eine Fähigkeit, die sicher auch in einem Gemeinderat von Vorteil sein könnte. Konjunktiv, denn Monika Müller betont: «Der Gemeinderat ist sehr gut aufgestellt.»

«Jetzt sind die älteren Menschen an der Reihe»

Auch Brigitte Becker will ihrer Gemeinde etwas zurückgeben. «Während meiner Tätigkeit im ‹Verde› hatte ich immer das Gefühl, in meiner Gemeinde von so vielen Sachen zu profitieren», sagt sie. Doch weil sie als Geschäftsführerin und als Präsidentin von Centrum Lenzburg so engagiert war, habe sie keine Zeit gehabt, sich freiwillig zu engagieren.

«Jetzt, da ich mehr Zeit habe, möchte ich gern mehr beitragen.» Den Willen hat sie bereits gezeigt, als sie vor zwei Jahren in die Schwimmbadkommission gewählt wurde; gerade als mit der Sanierung der Badi ein wichtiges Traktandum anstand. Es war jedoch nicht ihr erster Einsatz im Dorf. Die in Niederlenz aufgewachsene Brigitte Becker gab im Vorstand der Freunde der Möriker Operette, damals quasi der Kulturverein der Gemeinde, ihr Debüt im Dorfleben.

Brigitte Becker liebt nicht nur die Blumen, sondern auch den Rest der Natur. Und deshalb ist der öffentliche Verkehr ihr ein grosses Anliegen. «Mir ist wichtig, dass Möriken-Wildegg gut an den öffentlichen Verkehr angeschlossen ist», sagt sie. Ein weiteres Anliegen seien ihr gute Rahmenbedingungen für das Gewerbe. Und auch für zukünftige Investitionen hat sie Vorstellungen.

Die Gemeinde habe viel in die Infrastruktur der Schule und des Gemeindehauses und der Badi investiert und so viel für Familien und jüngere Leute getan. «Ich glaube, dass in der Zukunft die Bedürfnisse von älteren Menschen prioritär an der Reihe sein sollten.»

Bei der Freizeitgestaltung ergeben sich wieder Parallelen. Beide Frauen geben an, sehr gern Zeit draussen zu verbringen. Monika Müller hat einen Hund und marschiert auf den Chestenberg hinauf und bis zur Bünz runter. «Dazu bin ich als Ausgleich zur Arbeit gern im Garten», sagt sie. Für Brigitte Becker darf es auch mal ein Ausflug mit dem Bike oder eine Herausforderung in der Form einer Bergtour mit der Familie sein.

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