Lenzburg

Zwei Täter aus Überzeugung – für die Farbe Rosarot

Stefanie Gehrig und Walter Häusermann im Gespräch mit Moderator Peter Buri.MCH

Stefanie Gehrig und Walter Häusermann im Gespräch mit Moderator Peter Buri.MCH

Ein Qualitätsversprechen und ein Markenname: Die Farbe Rosarot bildete bei der Gesprächsveranstaltung «Lenzburg Persönlich» mit Stefanie Gehrig und Walter Häusermann den gemeinsamen Nenner.

Vor knapp einem Jahr hat die studierte Grafikerin und Designerin Stefanie Gehrig alias Fräulein Rosarot an der Rathausgasse die Boutique Rosarot eröffnet. Sie verkauft dort ihre selbst entworfenen und selbst genähten Handtaschen und Foulards. Viele Jahre länger bereits ist Walter Häusermann mit seiner Metzgerei an der Rathausgasse zu Hause. Ein zart schimmerndes Rosarot bedeutet hier ein Qualitätsversprechen für das Fleisch im Angebot.

Auf den ersten Blick vermutet man bis auf diese farbliche Übereinstimmung nicht viele weitere Gemeinsamkeiten zwischen der Jungunternehmerin und dem erfahrenen Geschäftsführer. Dieser Eindruck sollte jedoch täuschen. Zwar bestätigte Walter Häusermann am gestrigen Sonntagmorgen bei der Gesprächsveranstaltung «Lenzburg Persönlich» im Müllerhaus, dass er vom Nähen, Sticken und Stricken lieber die Finger lässt. Weniger Berührungsängste offenbarte Stefanie Gehrig, die gegenüber Moderator Peter Buri betonte, keine Vegetarierin zu sein.

«Ich bin hartnäckig geblieben»

Doch auch was Charaktereigenschaften betrifft, konnte Peter Buri eine Verwandtschaft zwischen den zum Gespräch geladenen Lenzburger Persönlichkeiten entdecken. Beide sind sie Täter aus Überzeugung.

Ein früherer Chef, so erzählte Walter Häusermann im Müllerhaus, konnte nicht glauben, dass er eine Stelle im «Dolder» Zürich in den Wind schlagen würde. «Aber das war mir egal. Wenn mir etwas nicht passt, dann passt es mir nicht.»

Stefanie Gehrig wiederum hätte bereits am Anfang ihrer Karriere als Geschäftsführerin Grund gehabt, den Kopf in den Sand zu stecken. «Ein erstes Mal versuchte ich, meine Produkte an einem Markt in Döttingen zu verkaufen. Doch das war ein absoluter Flop.» Über solche unternehmerische Geburtswehen machte sie sich aber keine grossen Gedanken. «Ich war von meiner Arbeit überzeugt. Ich habe daran auch nichts geändert und bin einfach hartnäckig geblieben.»

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Im Müllerhaus kam am Sonntagmorgen ein interessanter, herzhafter und oft amüsanter Austausch zustande, bei dem auch die Rathausgasse als Arbeitsort ein Gesprächsthema war. Für Walter Häusermann ist der Hypiplatz ein grosses Ärgernis. Seit dem Umbau würde dieser die Stadt entzweien. «Was nützt eine schöne Altstadt, wenn sie nicht besucht wird?», stellt er sich die Frage.

Für Peter Buri war die neunte Ausgabe von «Lenzburg Persönlich» gleichzeitig auch die letzte. Ein neuer Gesprächsleiter ist noch nicht gefunden. «Die Nachfolge macht uns ein wenig Kopfzerbrechen», erklärte Alexander Krebs, Präsident der Stiftung Dr. Hans und Gertrud Müller.

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