Aargau

Neue Ausbildung im Pflegebereich zeigt Wirkung

Erfolgsmeldung von der Pflegenotstands-Front (Symbolbild)

Erfolgsmeldung von der Pflegenotstands-Front (Symbolbild)

Die neue Attestausbildung zur Assistentin Gesundheit und Soziales kommt bei Arbeitgebern und Jugendlichen gleichermassen gut an. Der Kanton Aargau nimmt dabei eine Pionierrolle ein.

Der Pflegenotstand rückt näher. Studien gehen davon aus, dass es in der Schweiz bis 2020 zwischen 13 und 25 Prozent mehr Personal im Gesundheitswesen brauchen wird. Im Aargau werden aktuell pro Jahr weit über 500 oder etwa 27 Prozent Lernende und Studierende in Gesundheitsberufen zu wenig ausgebildet.

Ein Mittel, mit dem der Kanton auf die Entwicklung reagiert, ist die neue Ausbildungsverpflichtung für Heime und Spitäler. Sie setzt natürlich voraus, dass auch genügend Plätze an Berufsfachschulen vorhanden sind. Eine Erfolgsmeldung kommt nun aus Brugg: Die neue Attestlehre zur Assistentin/zum Assistenten Gesundheit und Soziales an der Berufsfachschule Gesundheit und Soziales, welche die frühere Ausbildung zur Pflegeassistentin ablöste, boomt regelrecht.

Die altrechtliche Ausbildung zur Pflegeassistentin hatten bis 2009 höchstens 54 Lernende pro Jahr absolviert. Die zweijährige Attestausbildung verzeichnete letztes Jahr einen neuen Höchststand mit 78 abgeschlossenen Lehrverträgen, die Zunahme gegenüber dem Vorjahr lag bei 11,5 Prozent. Man geht davon aus, dass ab dem nächsten Schuljahr 2013/14 statt 11 bereits 16 Klassen geführt werden müssen.

Die Konsequenz: Es braucht eine Aufstockung um zwei auf sechs Lehrerstellen. Der Regierungsrat unterbreitet dem Parlament eine Vorlage, um die Mittel für die Attestausbildung von 302 000 auf 906 000 Franken zu verdreifachen (zwei schon seit langem bewilligte Lehrerstellen waren bis jetzt zulasten des Globalbudgets Berufsbildung und Mittelschule verbucht worden).

Die Botschaft an den Grossen Rat legt dar, dass das Geld gut angelegt ist. Der Aargau ist der erste Kanton, der das Angebot einer Berufslehre zur Assistentin Gesundheit und Soziales (AGS) umgesetzt hat. Daher wäre es im Moment ohnehin noch nicht möglich, Lernende an eine ausserkantonale Berufsschule zu verweisen. Abgesehen davon würde es auch mehr kosten, da der Aargau dann auch die Infrastruktur in Nachbarkantonen mitfinanzieren müsste. In der Berufsfachschule in Brugg hat es mit dem bevorstehenden Umzug aber genug Platz, die Führung zusätzlicher Klassen bringt keine weiteren Folgekosten.

So weit das Finanzielle. Im weiteren habe die Evaluation der zweijährigen Projektphase für die neue Attestausbildung eine sehr positive Bilanz ergeben, schreibt der Regierungsrat. Sie werde von den Gesundheits- und Betreuungsinstitutionen sehr begrüsst und erhalte auch vom Staatssekretariat für Bildung, Forschung und Innovation sehr gute Noten.

Die aktuellsten Zahlen aus dem Schuljahr 2012/13 mit 78 Lehrverträgen würden deutlich machen, dass die Berufslehre AGS für hauptsächlich praktisch begabte Lernende mit eher kleinerem schulischen Rucksack nicht nur einem Bedürfnis der Praxis, sondern auch einem Bedürfnis der Jugendlichen entspreche. Der Mangel an Arbeitskräften im Gesundheitswesen könne somit mit dem Angebot tatsächlich abgeschwächt werden.

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