Ständeratswahlen AG

SVP-Präsident Lüpold: «Es war richtig, mit Giezendanner anzutreten»

Thomas Lüpold. bod

Thomas Lüpold. bod

SVP-Präsident Thomas Lüpold ist sehr enttäuscht, dass der SVP-Ständeratssitz verloren gegangen «und der Aargau etwas nach links gerutscht ist». Enttäuscht auch, dass Ueli Giezendanner nicht viel mehr als die Stimmen der SVP erhalten hat.

Das Feuer habe etwas gefehlt im zweiten Wahlgang, schaut Lüpold zurück. Er sieht aber auch Parallelen zwischen den Kantonen Aargau, St. Gallen und Zürich. Die SVP sei mit den bestgewählten Nationalräten angetreten. Aber es falle offenkundig vielen Nicht-SVP-Wählern schwer, einen SVP-Namen aufzuschreiben.

Ist das nicht eine Folge der SVP-Abgrenzungsstrategie? fragen wir. In manchen Kantonen und auf Bundesebene - nicht aber im Aargau - werde das Auftreten der SVP von vielen als überheblich empfunden, räumt Lüpold ein. Korrekturbedarf sieht er aber nicht. Lüpold: «Das Volk wählt uns, weil wir sind, wie wir sind.»

SVP wollte Blutauffrischung

War es ein Fehler, Maximilian Reimann durch Ueli Giezendanner auszutauschen? Auch hier ist Lüpolds Antwort klar: «Es war richtig, mit Ueli Giezendanner anzutreten, er war der richtige Mann.» Der Entscheid sei demokratisch zustandegekommen. Man habe im Ständerat eine Blutauffrischung angestrebt. Hätte man das nicht gemacht, mit wem wäre man in vier Jahren angetreten? fragt er.
Was also hat die SVP falsch gemacht?

Das sei zu analysieren, antwortet Lüpold. Er ist überzeugt, dass die SVP einen guten Wahlkampf gemacht hat. Im Nationalrat habe sie sich im Aargau auf hohem Niveau stabilisiert. Hätte man die internen Querelen im Bezirk Bremgarten nicht gehabt, hätte sie nach Lüpolds Überzeugung den Stimmenanteil von 2007 halten können. Gingen diese Stimmen aber nicht auch verloren, weil diese Querelen schlecht gemanagt wurden? Das weist Lüpold zurück: «Wir haben intern wirklich alles versucht, Ernst Hasler und sogar die SVP Schweiz beigezogen. Es ging einfach nicht.»

«Wahlen kein Grund für Rücktritt»

Die SVP behält sechs Nationalräte, doch sie wollte sieben, den Ständeratssitz hat sie verloren, Lüpold verpasste den Sprung nach Bern. Hört er jetzt als Präsident? Lüpold: «Sicher nicht wegen den Wahlen. Das ist kein Grund für einen Rücktritt.» Er hat indes schon vor den Wahlen signalisiert, dass der Partei nach sieben Jahren neuer Schwung gut tun würde. Eine Möglichkeit für einen Wechsel könnte sich nach den nächsten kantonalen Wahlen bei den Gesamterneuerungswahlen der SVP-Gremien im Herbst 2012 ergeben. (MKU)

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