Trockenheit
Kaum Regen und schon zwei Waldbrände im Aargau: Warum die Gefahrenstufe trotzdem nicht erhöht wird

In der anhaltenden Trockenheit kam es im Aargau am Freitag zu zwei Waldbränden. Trotz geringer Niederschlagsmenge in den letzten drei Monaten hält der Kanton das Risiko weiterer Feuer für gering.

Sandra Meier
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Gleich zwei kleinere Waldbrände wüteten am Freitag im Aargau. In Brunegg brannte eine Fläche so gross wie ungefähr ein Eishockeyfeld nieder. 50 Mitglieder der Feuerwehr Maiengrün waren mit Löscharbeiten beschäftigt. Auch im Hardwald nahe des Waldfriedhofs von Böttstein geriet ein Feuer ausser Kontrolle. 40'000 Liter Wasser wurden benötigt, um die Flammen zu löschen und die Glut im verbrannten Boden zu kühlen.

In Brunegg musste die Feuerwehr Maiengrün am Freitag einen Waldbrand löschen.
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Auch im Hardwald in Böttstein kam es zu einem Brand.

In Brunegg musste die Feuerwehr Maiengrün am Freitag einen Waldbrand löschen.

Feuerwehr Maiengrün/Facebook

Die Regenarmut der letzten Wochen hat Spuren hinterlassen. Es herrscht Trockenheit. Dies zeigt sich auch in den Klimadaten von MeteoSchweiz: Zwar fiel im Januar fast dreimal so viel Regen wie normal, von Februar bis April verzeichnete die Messstation Buchs-Aarau aber nur knapp die Hälfte der Norm 1981 bis 2010, wie Stephan Bader, Klimatologe bei MeteoSchweiz, auf Anfrage erklärt:

«Im April 2021 gab es bisher gerade mal 14 mm Niederschlag, das sind nur 18 Prozent der Aprilnorm.»

Gefahrenstufe wird nicht erhöht

Trotz der anhaltenden Trockenheit gilt im Aargau aktuell die geringste Gefahrenstufe 1 von 5. Auf der Website des Bundes heisst es dazu: Kleine Feuer könnten nicht ausgeschlossen werden, die Ausbreitungsgeschwindigkeit sei aber generell langsam und der Waldbrand leicht zu löschen.

Die Gefahrenstufen reichen von grün (gering) bis dunkelrot (sehr grosse Gefahr). Schwarz bedeutet absolutes Feuerverbot im Freien.

Die Gefahrenstufen reichen von grün (gering) bis dunkelrot (sehr grosse Gefahr). Schwarz bedeutet absolutes Feuerverbot im Freien.

waldbrandgefahr.ch

Anders als im Aargau herrscht in den Nachbarkantonen Solothurn oder Basel-Landschaft mässige Gefahr. Die Gefahrenstufe auch im Aargau anzuheben sei derzeit aber nicht geplant, wie der Sprecher des kantonalen Führungsstabs, Michael Hassler, auf Anfrage sagt. Als Grund gibt er die zu erwartenden Niederschläge diese Woche an. Zudem seien die Temperaturen nicht hoch und die Vegetation gemäss Abteilung Wald «im Saft».

Regen bringt nur leichte Entspannung

Bereits ab Mittwoch sollen gemäss Wetterprognosen die ersten Tropfen vom Himmel fallen. Erwartet werden im Aargau Ende Woche 10 bis 20 Millimeter. «Diese Niederschläge führen wahrscheinlich erst einmal nur zu einer leichten Entspannung. Der April liegt damit in Buchs-Aarau immer noch unter 50 Prozent der Norm 1981-2010», sagt Klimatologe Bader.