Umfrage
Das sind die sympathischsten Kantone – der Aargau zählt nicht dazu

Welche Kantone sind eigentlich in der Schweiz am beliebtesten? Eine neue Studie hat untersucht, welche Kantone bei Bewohnern und Bewohnerinnen der Schweiz in Sachen Sympathie am besten abschneiden.

Lea Senn (watson)/phh
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Der sympathischste Kanton der Schweiz ist: Nicht der Aargau. Das ergab eine repräsentative Umfrage von moneyland.ch mit 1500 Personen aus der Deutsch- und Westschweiz. Die endgültige Platzierung ist jedoch ein wenig enttäuschend: So landet der Aargau auf einem geteilten drittletzten Platz. Gerade einmal 6,2 von maximalen 10 Sympathie-Punkten erhielt der Kanton durchschnittlich.

Zwei Dinge fallen bei der Bewertung allerdings auf: Aargauerinnen und Aargauer sind zufrieden mit ihrem Heimatkanton. So geben sie sich selbst eine Top-Bewertung von 7,8 Punkten. Andererseits scheinen sie auch dem Rest der Schweiz wohlgesonnen zu sein. Beinahe alle Kantone wurden aus dem Aargau besser bewertet als der schweizweite Durchschnitt. Lediglich Solothurn und Zug sind Aargauerinnen und Aargauern weniger sympathisch als das Landesmittel.

Sämtliche Bewertungen der Umfrage finden Sie in der Tabelle am Ende des Artikels.

Die Sympathischsten

Gewonnen im Sympathie-Ranking hat das Tessin. In der Umfrage wurde der südlichste Kanton mit durchschnittlich 7,4 Sympathie-Punkten beschenkt. Zu verdanken hat das Tessin diese Platzierung vor allem den älteren Befragten: Im Schnitt erhielt das Tessin von den 50- bis 74-Jährigen 7,8 von 10 Punkten. Auch bei der nächst jüngeren Gruppe der 26- bis 49-Jährigen landet das Tessin auf dem ersten Platz (7,3 Punkte).

Bei den jüngsten Befragten zwischen 18 und 25 Jahren holt das Tessin «nur» 6,7 Sympathie-Punkte. Besser schneiden dort Graubünden und Luzern mit je 6,9 Punkten ab.

Das Schlusslicht macht der Kanton Genf – er hat im Schnitt nur gerade 5,8 Punkte erhalten. In den Augen der Aargauer, Freiburger, Luzerner, Solothurner, Thurgauer und Walliser ist der Kanton Genf am unsympathischsten.

Aber nicht einmal die Genferinnen und Genfer selbst geben sich die besten Noten, sondern bevorzugen ebenfalls andere Kantone: Neuenburg, Tessin und Wallis kommen in Genf besser an als der eigene Wohnkanton. Und das sei aussergewöhnlich, schreibt der Online-Vergleichsdienst: Schweizweit finden die meisten Befragten den eigenen Kanton am sympathischsten.

Die Selbstverliebten

Ganz besonders zeigt sich das im Kanton Graubünden: Die Bündner und Bündnerinnen geben sich mit 9,1 selbst den höchsten Durchschnittswert der gesamten Umfrage. Auch die Kantone Zug (8,9) und Luzern (8,6) scheinen sehr zufrieden mit ihrem Kanton zu sein.

Nebst dem bereits erwähnten Genf geben sich auch die Neuenburger (7,2) eher tiefe Noten.

Hinweis: Keine Umfrageteilnehmer/-innen aus dem Kanton Tessin. Kleine Kantone (AR, AI, GL, NW, OW, UR) wurden zusammengefasst.

Die Nachbarschaften

Interessant ist auch der Blick über die Nachbarschaftsgrenzen: Besonders unsympathisch ist man sich gemäss der Auswertung an der Grenze Jura – Bern und Zürich – Thurgau. Und Zürich kommt dabei gleich an mehreren Enden schlecht weg: Auch die Schaffhauser geben Zürich weniger als 6 Punkte.

In der Regel bewerten sich Nachbarkantone allerdings als überdurchschnittlich sympathisch. Besonders gerne haben die Solothurner ihre Nachbarn aus dem Kanton Bern: Sie vergeben ihnen 8 Punkte. Noch etwas beliebter sind die Luzerner bei den Zugern: Sie vergeben ihren Nachbarn sogar 8,3 Punkte.

So viele Punkte von 0 bis 10 haben die Kantone ihren Nachbarn gegeben:

Lesebeispiel: Die dunkle Linie an der Grenze zeigt an, dass Solothurn dem Kanton Bern einen hohen Wert (8) vergeben hat, umgekehrt Bern dem Kanton Solothurn aber nur einen niedrigen (6,4).

Hinweis: Keine Umfrageteilnehmer/-innen aus dem Kanton Tessin. Kleine Kantone (AR, AI, GL, NW, OW, UR) wurden zusammengefasst.

Hinweis: Keine Umfrageteilnehmer/-innen aus dem Kanton Tessin. Kleine Kantone (AR, AI, GL, NW, OW, UR) wurden zusammengefasst.

Bild: watson / Daten: moneyland

Der Röstigraben

Die Umfrage hat einmal mehr einen Röstigraben aufgedeckt: Personen, die in deutschsprachigen Kantonen leben, bewerten die französischsprachigen Kantone jeweils etwas schlechter – das Umgekehrte gilt für die Einwohner der französischsprachigen Schweiz.

Deutschsprachige Kantone bewerten die französischsprachigen im Schnitt rund 0.6 Punkte schlechter. Westschweizerinnen und Westschweizer aus den französischsprachigen Kantonen geben den deutschsprachigen jeweils einen halben Punkt weniger. Im Schnitt verteilen aber beide Sprachräume fast genau gleich viele Punkte pro Kanton (6.5 Punkte).

Zudem gibt die Westschweiz dem Tessin die höchste Punktzahl, während der Kanton in der Deutschschweiz nur auf Platz zwei landet – hinter Graubünden. Trotz des Röstigrabens sind sich allerdings sowohl die deutschsprachigen als auch die französischsprachigen Kantone einig: Genf, der unsympathischste Kanton, bekommt im Schnitt nur 5.8 Punkte von beiden Seiten. Auch Zürich erhält eher wenig Zustimmung: durchschnittlich 6.3 Punkte, egal aus welcher Sprachregion.

Alle Bewertungen als Tabelle

Jede Spalte zeigt die Bewertungen aus einem Kanton an, jede Zeile entspricht einem bewerteten Kanton. Einwohner und Einwohnerinnen des Kantons Bern haben beispielsweise dem Kanton Aargau eine durchschnittliche Bewertung von 6,0 vergeben.

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