Suhr
Vermisster Wehrli-Bruder ging in Thailand ans Telefon

Vor fast zwölf Monaten verschwand der Bruder des ehemaligen Nati-Spielers Roger Wehrli spurlos. Am Dienstag gab es nun aber ein Lebenszeichen.

Maja Sommerhalder
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Roger Wehrli bangte 12 Monate um seinen Bruder. archiv af

Roger Wehrli bangte 12 Monate um seinen Bruder. archiv af

Gute Nachrichten aus dem Hause der Fussballlegende Roger Wehrli (54) in Suhr. «Ein Angestellter von der Zeitung ‹Blick› hat uns eben mitgeteilt, dass er mit meinem Onkel René telefoniert hat. Es geht ihm gut», sagt Roger Wehrlis Tochter Scarlett am Dienstagnachmittag gegenüber der az Aargauer Zeitung.Warum sich René Wehrli (57) fast ein Jahr lang nicht bei seiner Familie meldete, ist unklar.

Noch am Dienstagmorgen bangte der Ex-Nati-Spieler Roger Wehrli um seinen Bruder René, der in Thailand lebt. Er suchte René seit fast einem Jahr. Dieser verlor 2002 bei einem Arbeitsunfall ein Bein und wanderte danach auf die thailändische Insel Ko Samui aus. «Bei dem Klima hatte er keine Schmerzen», sagte Roger Wehrli dem «Blick». Es sei ihm dort gut gegangen: «Er lebte von seiner IV-Rente.»

Alle zwei Wochen meldete sich René Wehrli zuverlässig bei seinen drei Brüdern in der Schweiz, bis im Februar 2010 sein Handy plötzlich nicht mehr funktionierte.

Nicht zum ersten Mal eine ungutes Gefühl

Roger Wehrli beschlich zum ersten Mal ein ungutes Gefühl. Knapp einen Monat später der Schock: Drei Schweizer, die saisonal auf Ko Samui auf dem Bau arbeiteten, kondolierten dem Ex-Natispieler.

Roger Wehrli wollte von den Schweizern wissen, was passiert sei, aber sie konnten keine Antwort geben. «Sie hätten nur gehört, dass er tot sei», so Roger Wehrli. Er und seine Brüder Willy und Rolf fragten bei den thailändischen Bekannten und Behörden nach, doch niemand konnte ihnen helfen.

Auch war Renés neue Thai-Freundin nicht mehr erreichbar. Immer wieder fragte sich Roger Wehrli, was mit seinem Bruder passiert sein könnte. Im «Blick» sagte er gestern: «Wurde er ermordet und wenn, wie starb er? In Thailand ist ein europäisches Menschenleben nicht viel wert.» Deshalb hat sich Roger Wehrli auch nicht auf die Suche nach seinem verlorenen Bruder gemacht.