Krise beim FC Aarau

Warum dem FC Aarau nach der Nyon-Pleite der Abstieg in die 1. Liga droht

Der FC Aarau steckt in der Krise. Nach der 0:4-Klatsche gegen Nyon droht dem Traditionsverein gar der Abstiegskampf. Damit nicht genug: Der Job von Trainer Ranko Jankovljevic hängt am seidenen Faden.

Der FC Aarau steckt in der Krise. Nach der 0:4 Pleite gegen Nyon beträgt der Vorsprung auf einen Nichtabstiegsplatz in der Challenge League nur noch sechs Punkte. Diese unangenehme Tabellensituation könnte sich für den Traditionsverein in den nächsten Wochen noch verschärfen. Der Grund: Das Team um Trainer Ranko Jankovljevic hat ein schwieriges Restprogramm vor sich. So spielt Aarau bis Ende Saison gegen Tabellenführer Lugano, das Zweitplatzierte Vaduz, Lausanne-Sports und den ehemaligen Super League Klub FC Schaffhausen.

Locarno seinerseits - ein möglicher Konkurrent im Kampf um den Ligaerhalt - befindet sich auf dem aufsteigenden Ast. Die Tessiner gewannen das Derby gegen den Tabellenfünften aus Chiasso und konnten selbst Lausanne-Sports ein 1:1 abringen. Darüber hinaus hat Locarno auf dem Papier ein leichteres Restprogramm als Aarau vor sich (siehe Box). Für den FC Aarau heisst das: Erholt sich die Mannschaft nicht bald vom Formtief, drohen die Aargauer in den Strudel des Abstiegskampfes zu geraten.

FCA-Führung will nichts vom Abstiegskampf wissen

Im Gespräch mit der az räumt denn auch FCA-Trainer Ranko Jankovljevic ein, dass ihm das dünne Polster auf den Nichtabstiegsplatz Sorge bereitet. «Aber ich glaube nicht, dass wir mit dem Abstieg etwas zu tun haben werden». Selbst Präsident Alfred Schmid verströmt in dieser Sache Optimismus. Er könne sich nicht vorstellen, dass die Mannschaft so tief fallen könne.

Diese positive Sichtweise ehren Trainer und Präsident. Das Problem: Die Leistungen selbst und die Art und Weise, wie die Mannschaft in den letzten Partien aufgetreten ist, lässt für den weiteren Verlauf der Saison nichts Gutes erahnen. Letzter Tiefpunkt: Nach dem Führungstreffer von Nyon vor eigenem Publikum brachen alle Dämme und die Verteidigung vollends ein. Längst behoben geglaubte Defizite traten erneut zu Tage. Die Innenverteidiger wirkten überfordert und das Wort Disziplin war nach dem Treffer für die Aarauer Spieler fortan ein Fremdwort. Erschreckend dabei: Weder Trainer Jankovljevic noch Präsident Schmid können sich diesen Rückfall in alte Zeiten erklären.

Mannschaft hat Klasse

Nach der enttäuschenden Vorrunde habe die Vereinsführung die Notbremse gezogen und die Mannschaft bereits in der Winterpause verstärkt. Dabei sollte der ehemalige GC-Spieler und Nationalspieler Mazedoniens Aleksandar Mitreski der Aarau-Defensive die nötige Stabilität verleihen. Zudem gehört Sandro Burki zum erweiterten Kreis der Schweizer Nationalmannschaft und sollte in der Lage sein, das Team aus der Krise zu führen.

Deshalb verwahrt sich FCA-Präsident Alfred Schmid denn auch gegen den Vorwurf, der Mannschaft fehle es an spielerischer Klasse. «Ich war einmal in der Kabine und habe diejenigen Spieler aufgefordert, welche für die Nationalmannschaften spielen, die Hand zu heben». Es hätten sich daraufhin acht Spieler gemeldet. Schmid kann sich aber vorstellen, dass die Chemie innerhalb der Mannschaft nicht intakt sei. «Die Mannschaft scheint sich nicht zu einer Einheit geformt zu haben». Trainer Jankovljevic will sich zum Zustand seiner Mannschaft nicht äussern. «Wir werden das Problem intern analysieren. Das gehört nicht an die Öffentlichkeit».

Jankovljevic spielt um seinen Job

Derweil sagt der Trainer gegenüber der az, sich von der Vereinsführung weiterhin getragen zu fühlen. Diese Aussage deckt sich jedoch nicht mit derjenigen von Präsident Alfred Schmid - im Gegenteil: Ein Fussballtrainer könne die Erwartungen erfüllen oder nicht. «Ranko hat unsere Erwartungen bisher klar nicht erfüllt». Überdies müsse sich der Trainer wie jeder Andere auch an den Resultaten messen lassen. Uneingeschränkte Rückendeckung und Unterstützung seitens der Vereinsführung klingt anders.

Ranko Jankovljevic lässt die Diskussion um seinen Job indes kalt. Es gehöre zum Geschäft, dass ein Trainer stets auf dem Schleudersitz sei. «Was ich tun kann, ist nur mein Bestes geben». Es wird Zeit, dass nicht nur der Trainer sondern auch die Mannschaft beginnt, ihr Bestes auf dem Platz zu geben.

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