Kölliken
598 Unterschriften gegen Schul-Module – alt Ammann ist nach wie vor politisch aktiv

Das Kölliker Referendumskomitee um alt Ammann Fredy Gut hat gestern die Unterschriften gegen den 3,7-Mio.-Kredit eingereicht.

Flurina Dünki
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Das dreiköpfige Referendumskomitee reichte gestern Vormittag 598 Referendumsstimmen gegen die Schulraum-Module ein: Guido Beljean, Fredy Gut, Gemeindeschreiber Felix Fischer, Armin Bührer (von links).

Das dreiköpfige Referendumskomitee reichte gestern Vormittag 598 Referendumsstimmen gegen die Schulraum-Module ein: Guido Beljean, Fredy Gut, Gemeindeschreiber Felix Fischer, Armin Bührer (von links).

Flurina Dünki

Ehemalige Ammänner nehmen für gewöhnlich Abstand von der Dorfpolitik. Anders der Kölliker alt Ammann Fredy Gut. Der 72-Jährige, bis Ende 2017 FDP-­Gemeindeoberhaupt, nimmt nach wie vor aktiv am Dorfleben teil, auch am demokratischen. Nachdem er schon an der Gemeindeversammlung vom 27. November den modularen Schulraum kritisiert hatte (der Kredit über 3,7 Millionen Franken wurde angenommen), war er federführend beim Sammeln von Unterschriften für das Referendum gegen den Kredit.

Gestern, am Tag des Fristablaufs, reichte er mit seinen Komiteemitgliedern, dem früheren SVP-Vizeammann Guido Beljean und Armin Bührer, 598 Unterschriften ein. Dies bei 289 nötigen Stimmen (10 Prozent der Stimmbevölkerung).

10 Jahre war Fredy Gut im Gemeinderat, vier davon als ­Vizeammann, vier als Ammann. Das Schulhaus Farbweg, unterhalb der bestehenden Schulanlage erbaut und 2015 eingeweiht, war ein Projekt unter dem damaligen Ammann, der sagt: «Wir haben es damals richtig gemacht». Damit meint er das Konzept, das quaderförmige Schulhaus so zu bauen, dass bei mehr Schulraumbedarf aufgestockt oder angebaut werden kann. Nun auf provisorische Module auszuweichen, sei der falsche Weg.

An der Aufstockung soll festgehalten werden

Die Erweiterung des «Farbweg» war bis vor kurzem noch Plan in Kölliken. Die Sommergmeind 2019 genehmigte einen Projektierungskredit von 392'000 Franken. Dies, um einen Anbau oder eine Aufstockung auszuarbeiten. Es hätte «multifunktionaler Schulraum» entstehen sollen. Doch die Zeit dränge zu sehr, wie der Gemeinderat der Gemeindeversammlung vom vergangenen 27. November in der Gmeinds-Broschüre mitteilte. Zusätzlicher Schulraum sei bereits für das kommende Schuljahr nötig. Deshalb änderte er den Plan und beantragte den Stimmberechtigten statt eines Kredits für eine Schulhauserweiterung einen für temporäre Modulbauten, die gegenüber des Schulhauses auf dem Dorfplatz zu stehen kämen.

Weshalb bekämpfen Fredy Gut und sein Komitee den Gmeinds-Entscheid zu den Modulbauten, wo diese doch ohnehin nur temporär stehen würden? Der Alt-Ammann nennt drei Gründe. Erstens ist sein Team davon überzeugt, dass die Module, wenn sie erst mal aufgebaut sind, ein paar Jahre stehen bleiben. Sicher, bis die geburtenstarken Jahrgänge, die nun nacheinander eingeschult werden, die Schulkarriere beendet haben. Zweitens findet das Komitee die 3,7 Millionen Franken für temporäre Modulbauten in die Luft gesetztes Geld, denn die Bauten kämen früher oder später wieder weg. Drittens könne die Erweiterung in der von ihm an der Gemeindeversammlung vorgeschlagenen Leichtbauweise (vorfabrizierte Stockwerke) sehr schnell ausgeführt werden.

Abstimmung könnte schon im März erfolgen

Jeder der Drei habe gutes Echo bekommen bei der Unterschriftensammlung für das Referendum, sagt Gut. «Die Leute haben gut über das Schulhaus Farbweg und den ursprünglichen Plan mit Aufstockung/Anbau Bescheid gewusst und hatten Verständnis für das Referendumsbegehren.» An mancher Tür habe er den Satz gehört: «Ja, aber warum denn provisorische Module? Wollte man nicht das Schulhaus Farbweg aufstocken?» Es sei Riesenpech gewesen, dass die vergangene Gemeindeversammlung in die Coronazeit gefallen ist, sagt Gut. «Deshalb sind viele Leute, die meistens die Gmeind besuchen, ferngeblieben.» Wie Gemeindeschreiber Felix Fischer bei der Übergabe sagte, prüfe man das Referendum und der Gemeinderat würde hernach über das weitere Vorgehen beraten. Weil zusätzlicher Schulraum schon im August nötig ist, läuft die Zeit davon. Damit alles schnell abgewickelt wird, ist der 7. März als Abstimmungstermin nicht auszuschliessen.