Aarau
«Old MacDonald Had a Farm» statt «O du goldigs Sünneli»: In dieser Spielgruppe wird nur Englisch gesprochen

Anfang Woche eröffnete Karina Stolka die Spielgruppe «Brilliant Kiddos» in Aarau Rohr. Neben der Sprache, ist auch die Lernmethode relativ neu für die Region.

Natasha Hähni
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Karina Stolka beim Kinderyoga mit drei Kindern ihrer Spielgruppe «Brilliant Kiddos».

Karina Stolka beim Kinderyoga mit drei Kindern ihrer Spielgruppe «Brilliant Kiddos».

Zvg / zvg

Seit Beginn dieser Woche gibt es in Aarau Rohr eine neue Spielgruppe. In «Brilliant Kiddos» sprechen die Kinder ausschliesslich Englisch. Zuvor war die Spielgruppe in Suhr. In Aarau Rohr habe sie jetzt viel mehr Platz, auf dem die Kinder spielen können.

Bis Stolka einen Platz für ihre Spielgruppe gefunden hat, verging aber rund ein Jahr. «Die meisten Vermieter fürchteten den Lärm», sagt die 31-Jährige. Dabei halte sich der Lärm mit ihrer Unterrichtsmethode in Grenzen: «Ich arbeite mit multisensorischen Lernmethoden. Dabei lenke ich die Aufmerksamkeit oft auf mich.» Bei diesem Ansatz geht es darum, mit unterschiedlichen Sinneseindrücken (schmecken, riechen, fühlen, sehen und hören) das Lernen und Merken zu vereinfachen.

Die Kinderlieder helfen beim lernen

Das funktioniere bei «Native Speakers» gleich wie bei Kindern, die Englisch als Zweit- oder Drittsprache lernen. «Die Kinder helfen sich oft gegenseitig», sagt sie. Im Moment seien Kinder aus polnischen, israelischen, indischen, amerikanischen, chinesischen und gemischten Elternhäusern in ihrer Spielgruppe.

Wenn die Kinder beispielsweise das Wort «Dog» (Hund auf Englisch) lernen sollen, so zeigt Stolka den Kindern Bilder von Hunden, sie singen Lieder wie «Old Macdonald Had a Farm» dazu oder spielen etwas mit Bezug zum Wort. Sehr beliebt sei das Kinder-Yoga. «Auch hier können wir das Wort ‹Dog› benutzen», sagt Stolka und lacht.

Stolka musste Englisch ebenfalls als Zweitsprache lernen. Sie ist ursprünglich aus Polen, wo sie auch Wirtschaft studierte. Nach einem zweijährigen Au-pair-Aufenthalt in New York und Boston habe sie festgestellt, dass sie mit Kindern arbeiten will. In den folgenden Jahren bildete sie sich im Bereich Erziehung weiter und arbeitete nebenbei immer wieder als Nanny.

Auch die Lehrerin hat nie ausgelernt

Dass ihr Englisch nicht perfekt ist, sei ihr bewusst. «Auf dem Vorschul-Level spielt das aber noch nicht so eine grosse Rolle», sagt sie. Bis auf einen leichten Akzent spricht sie praktisch fehlerfrei Englisch. «Ich bin auch ständig in Kursen, um den Akzent ganz loszuwerden», fügt Stolka an. Im Moment mache ihr ein Zahnproblem grössere Probleme. «Ich lisple ein wenig, wenn das ein Kind dann nachmacht, ist das immer sehr witzig», so Stolka. Vor allem, wenn einem Kind ein Zahl fehlt, sei es stolz darauf, in dem Moment so wie sie zu sein.

Für Sommer hat Stolka zahlreiche Anmeldungen. «Diese Art von Spielgruppe ist sehr beliebt und in der Region noch überhaupt nicht bekannt», sagt sie. Sie hat zudem einen Club gegründet, in welchem Eltern die Räumlichkeiten und Lernmaterialien benutzen können, wenn Stolka nicht anwesend ist. «Ich arbeite im Moment noch als Nanny nebenbei.» Ab Sommer könnte sich die Situation aber bereits ändern. Bis zu 12 Kinder könne sie dann aufnehmen: «Ich freue mich enorm.»

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