Roland Basler

Abgewählter BDP-Präsident: «Wir müssen uns überlegen, wie es weitergeht»

Roland Basler war gestern zum letzten Mal als Grossrat im Grossratsgebäude. cwu

Roland Basler war gestern zum letzten Mal als Grossrat im Grossratsgebäude. cwu

Nach seiner Abwahl lässt BDP-Grossrat Roland Basler offen, wie es politisch weitergeht. Egal wie, langweilig wird es ihm persönlich bestimmt nicht.

Wäre Roland Basler Musiker, er wäre Schlagzeuger. Dann könnte er viel Krach machen, sagt er und lacht spitzbübisch. Obwohl, Krach zu machen liegt ihm als Politiker eigentlich überhaupt nicht. Nie drängte er sich in den Vordergrund, lieber bearbeitete er die Sache im Hintergrund – so wie auch der Schlagzeuger seine Band im Hintergrund unterstützt.

Acht Jahre war Roland Basler BDP-Grossrat – im vergangenen Oktober wurde er nicht mehr wiedergewählt. Vielleicht hätte er – wie ein Schlagzeuger – lauter sein müssen, meint er. «Schade, dass meine Zeit im Grossen Rat nicht weitergeht», sagt der 47-Jährige im Wissen darum, dass seine Abwahl nicht ganz überraschend kam: «Ich musste damit rechnen, dass die BDP im Bezirk Zofingen am Pukelsheim-Wahlverfahren scheitern könnte. Zweimal habe ich profitiert, beim dritten Mal leider nicht.» Die BDP ist für die vergangenen Grossratswahlen mit einer Liste von nur noch zwei Kandidaten angetreten. Im Bezirk Zofingen verlor sie ihren Sitz an die SP.

Damit büsste Roland Basler sein Grossratsmandat ein. Als Präsident der BDP Aargau musste er bei den letzten Grossratswahlen nicht nur diese bittere Pille schlucken, sondern auch den Abwärtsgang seiner Partei mitverfolgen. Hatte er vor den Wahlen noch davon geredet, zwei Sitze dazugewinnen zu wollen, redet er nun davon, den Kopf nicht hängen zu lassen.

Die Partei hat nicht zwei Sitze gewonnen, sondern zwei verloren und ist ab dem neuen Jahr nur noch mit vier Personen im Grossen Rat vertreten. Ob er Parteipräsident bleibe, müsse man an der Generalversammlung im Frühling besprechen. , sagt Basler. Man habe alles auf die Regierungsratskandidatur von Maya Bally gesetzt. «Wäre sie in einer anderen Partei, hätte sie sicher reelle Chancen gehabt.»

Einsatz für Rechte der Kinder

Gestern war Roland Basler zum letzten Mal an der Grossratssitzung, befasste sich mit der Mobilitätsstrategie und mit der Richtplananpassung für die Wiggertalstrasse Abschnitt Nord. Dann wurde er verabschiedet. «Es ist nicht immer einfach, ein Politiker zu sein. Noch weniger einfach ist es, nicht mehr Politiker zu sein», befürchtet er.

Roland Basler schaut auf acht Jahre mit Höhen und Tiefen zurück. So war er als Initiant massgebend an der Ausarbeitung des neuen Hundegesetzes beteiligt. Ein grosses Anliegen war ihm, sich für die Rechte der Kinder einzusetzen. Seine Idee, Kinder im Rahmen des neuen Strafgesetzes vor Gericht als eigene Partei auftreten zu lassen, fand jedoch im Grossen Rat keine Mehrheit. «Als Grossrat habe ich viel erlebt, das mich auch in Zukunft weiterbringen wird», sagt er. Er sagt aber auch: «Ich musste immer kämpfen, dass ich Politiker sein konnte.» Leider habe grossmehrheitlich die Unterstützung der Arbeitgeber gefehlt.

Hat er sein Mandat als Oftringer Grossrat angetreten, gibt er es als Kölliker Grossrat ab. Vor einem halben Jahr ist er nach Kölliken gezogen, zusammen mit seiner Lebenspartnerin wohnt er jetzt dort. Seine zwei Kinder sind schon älter. Ab heute arbeitet Roland Basler wieder voll für seinen Beruf als Kundendienstmitarbeiter. «Mir eröffnen sich jetzt neue Perspektiven», sagt er. Gerade ist er daran, ein Start-up aufzuziehen, in dem es um die Digitalisierung von alten Krankenakten geht.

Langweilig wird es ihm bestimmt nicht, immer wieder ist er als Curling-Schiedsrichter auf dem nationalen und internationalen Parkett unterwegs. Und er sieht Parallelen zur Politik: «Als Schiedsrichter muss man schnell urteilen und sich durchsetzen können, ähnlich läuft es in der Politik.» Wie es in Zukunft politisch bei ihm weitergeht, lässt er offen und rezitiert aus dem Zeichentrickfilm «Der rosarote Panther»: «Heute ist nicht alle Tage; ich komm wieder, keine Frage.»

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