Zürich/Unterkulm

Alt Bundesrat Merz feiert die Biografie von Ljuba Manz im Nobel-Hotel

Hotelkönigin Ljuba Manz hat zur Buch-Vernissage im Nobel-Hotel St. Gotthard an der Zürcher Bahnhofstrasse geladen.

«Ljuba ist die beste Botschafterin Russlands in der Schweiz». Dmitri Tscherkaschin, ehemaliger russischer Botschafter in Bern, wusste, wovon er sprach, wenn er der Hotelkönigin Ljuba Manz (78) anlässlich der Vernissage zu ihrer Biografie Talente attribuierte, die manch diplomatische Krise überwinden könnten. Mit Charme, Business-Know-how und der Gabe, die richtigen Leute um sich zu versammeln, schaffte sie den Weg aus der Armut in der Ukraine bis ins noble Hotel St. Gotthard an die Zürcher Bahnhofstrasse.

Ein Aufstieg, den der ehemalige «Blick»-Chefredaktor René Lüchinger und seine Frau Birgitta Willmann in ein Buch verpackten und am Mittwochabend im «St. Gotthard» in Zürich zusammen mit der Heldin und einer grossen Schar Gäste aus deren Jetset-Umfeld präsentierten. Dies, während im Hintergrund das Lied «Ljuba» gespielt wurde. Ein Werk, das der bekannte Komponist Georg Kreisler vor Jahren für die blutjunge lebensfrohe Frau schrieb und das ausdrückt, wie sehr sie schon damals ihre Gegenüber zu verzaubern vermochte.

Ljuba Manz an der Vernissage ihrer Biografie:

Ljuba Manz an der Vernissage ihrer Biografie

Tanzend in die Schweiz

Wie man in der Biografie lesen kann, verbrachte die Dame mit «russischer Seele – Wiener Herz» (so der Buchtitel) nur wenige Jugendjahre in Russland. Um das russische Temperament zu erlangen, dank dem im «St. Gotthard» unzählige rauschende russische Feste gefeiert wurden, hat es aber gereicht. Kein Wunder, mit Tanzen verdiente Ljuba Manz mehrere Jahre ihren Lebensunterhalt. Im Buch erfährt man, wie die in Wien als Balletttänzerin ausgebildete Tochter einer Russin und eines Österreichers als Burleske-Tänzerin in ganz Europa auf Tournee war, bevor sie in Zürich sesshaft wurde. An der Seite von Caspar E. Manz sollte sie beweisen, dass sie eine ernst zu nehmende Geschäftsfrau ist. Sie überzeugte ihn davon, das «St. Gotthard» als erster der Manz-Dynastie nicht mehr als Einzelfirma zu führen.

Ausruhen auf dem Böhler

Prominent im Buch vertreten ist auch der Ort, wo sich die Witwe von Caspar E. Manz, Hoteldirektor in dritter Generation, jeweils nach einer durchfeierten Nacht ausruht: in ihrem Landhaus Dornegg zuoberst auf dem Böhlerpass. Dort zieht sie sich vom hektischen Zürcher Hotelleben in die Natur zurück, dort wuchsen ihre heute erwachsenen Söhne Alexander und Michael auf und dort veranstaltet die Liebhaberin klassischer Musik seit 2017 jeweils im September ihre «Musiktage im Landhaus Dornegg».

Alt Bundesrat gab sich die Ehre

Ex-Botschafter Tscherkaschin, der speziell für die Buchvernissage aus Moskau angereist war, war nicht der einzige, der an der Buchvernissage voll des Lobes für die Buchheldin war. «Sie ist wie eine Mutter für uns», sagte Hoteldirektor Martin Santschi. Auch das Autorenpaar Willmann und Lüchinger blickte beeindruckt auf die Zusammenarbeit zurück: «Sie hat getanzt, eine Firma und ein Hotelunternehmen geleitet. Sie ist ein Mensch, der immer gesagt hat, es muss weitergehen, auch, wenn die Zeiten nicht immer rosig waren», sagte Willmann. Eher im Hintergrund hielt sich am grossen Abend ein anderer Ehrengast, alt Bundesrat Hans-Rudolf Merz. Er verzichtete auf eine Rede, ehrte Ljuba Manz aber in ihrem Buch mit seinem Vorwort: «Das Werk ist die Schilderung einer eigenwilligen Frau, verbunden mit der Ermunterung an Unternehmer, der inneren Stimme mehr Gehör zu schenken als dem Lehrbuch.»

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