Gontenschwil

Alt Regierungsrat weibelt fürs Image — das kommt nicht überall gut an

Alt Regierungsrat Rainer Huber will Gontenschwil attraktiver machen.

Alt Regierungsrat Rainer Huber will Gontenschwil attraktiver machen.

CVP-Politiker Rainer Huber möchte Gontenschwil nach Oberstufenstandort-Verlust anderweitig Attraktivität verleihen. Auf Begeisterung stiess er mit den Anträgen nicht.

Frau Gemeindeammann Renate Gautschy machte es vor der Abstimmung der Gmeind zum Kreisschulvertrag deutlich: «Wir haben keine Chance, weitere Verhandlungen mit der Kreisschule Aargau Süd führen zu können. Alle Möglichkeiten, die wir ausschöpfen konnten, haben wir ausgeschöpft.»

Dies, weil in der vorgängigen Diskussion die Hoffnung zu erkennen war, durch eine Ablehnung des Vertrags mit der Oberstufenkreisschule könne man die anderen Gemeinden erneut an den Verhandlungstisch bringen und am Ende doch noch einen Standort Gontenschwil erreichen. Die Gemeindeversammlung stimmte grossmehrheitlich gegen den Vertrag. 

Dass sich die Gontenschwiler Sorgen machen, dass ihr Dorf nach dem Verlust der Oberstufe an Gewicht verliert, zeigte sich nicht nur in der Diskussion vor dem Abschmettern des Vertrags. Als das Traktandum «Verschiedenes» an die Reihe kam, stand alt Regierungsrat Rainer Huber (71) auf und stellte zwei Anträge, die dem Dorf wieder zu einem besseren Ansehen verhelfen sollen.

«Als Dorf ohne Oberstufenstandort wird Gontenschwil ein Imageproblem haben», sagte Huber, der bis Ende 2008 Aargauer Bildungsdirektor gewesen war. Mit seinen Anträgen solle das Dorf wieder an Attraktivität gewinnen.

Frau Ammann klemmte Hubers Ausführungen ab

Huber beantragte erstens einen reduzierten Busbetrieb (etwa viermal pro Tag) zwischen Gontenschwil und Reinach. «Die Bahnstation Gontenschwil befindet sich an der nördlichsten Ecke des Dorfs.» Älteren Leuten oder künftig den Oberstufenschülern könne ein so langer Fussmarsch nicht zugemutet werden. Der zweite Antrag Hubers war, Gontenschwil zum Solar-Dorf zu machen. So könne etwa eine Fotovoltaikanlage auf dem Dach der Turnhalle ins Auge gefasst werden.

Auf Begeisterung stiess er mit den Anträgen nicht, ja, wurde Ammann Gautschy gar abgeklemmt, als er zu längeren Ausführungen zur Finanzierung einer Fotovoltaikanlage ausführen wollte. So untätig in den Themen «Reinach-Bus» und «Solarstrom», wie man es nach diesen Anträgen meinen könnte, sei der Gemeinderat mitnichten.

Eine direkte Verbindung nach Reinach wie auch die Installation von Fotovoltaikanlagen auf Dächern sei mehrmals geprüft worden. Renate Gautschy entschied deshalb, nicht über die Anträge abstimmen zu lassen, sondern an einer der nächsten Gemeindeversammlungen nach erneuter Befassung mit dem Thema wieder zu informieren.

Bevor das Traktandum «Verschiedenes» darauf in einen Schlagabtausch zwischen dem alt Regierungsrat und der Frau Ammann mündete, machte ein Stimmbürger dem ein Ende: «Ich bin enttäuscht von Ihnen, Herr Huber. Sie sagen, wir verlieren an Attraktivität, aber Sie haben als Bildungsdirektor jahrelang für dieses Bildungsschlammassel gekämpft, das wir jetzt im Dorf haben.»

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