Es ist eine Entwicklung, die sich langfristig kaum aufhalten lässt, der Kanton macht es schon seit 2012: Er publiziert seine Meldungen nicht mehr in einem Amtsblatt, sondern auf seiner Website. «Damit lassen sich Kosten sparen», sagt Teufenthals Gemeindeammann Urs Lehner. Deshalb schlug er der vergangenen Gemeindeversammlung vor, dass die Verwaltung amtliche Anzeigen künftig nur noch auf ihrer eigenen Website und im «Anzeiger von Kulm» publizieren muss. Wegfallen würden damit die Publikationen im «Landanzeiger».

Mit einer Auflage von 50 000 Exemplaren beliefert dieser die Haushalte im Wynen-, Suhren- und Uerkental sowie im Raum Aarau. Die Gelder aus dem Druck amtlicher Publikationen sind eine wichtige Einnahmequelle für den Verlag, der mögliche Verzicht von Teufenthal könnte einer von vielen Rückschlägen sein, sollten weitere Gemeinden diesen Weg einschlagen.

Und die Bevölkerung würde weniger gut informiert, in Zeiten einer «Stimmabstinenz» (Menzikens Gemeindeschreiber Heinz Gloor in der AZ vom 19. Juni) womöglich ein gewagter Schritt. In Teufenthal bliebe gemäss Plänen des Gemeinderats zumindest noch die Publikation im «Anzeiger von Kulm», doch dieser beliefert nur einmal im Monat alle Haushalte in der Gemeinde Teufenthal. Aktuell wäre nur noch die Website der Gemeinde, die die Einwohner regelmässig besuchen müssten, um auf dem Laufenden zu bleiben: Die Gemeinde bringt die Informationen nicht mehr, sondern die Einwohner müssen sie sich holen.

Keine kantonalen Vorschriften

Würde die Gemeinde mit dem Verzicht auf den «Landanzeiger» an Reichweite in der Bevölkerung einbüssen? «Das wissen wir nicht», sagt Gemeindeammann Urs Lehner. Auch wisse der Gemeinderat nicht, wie viel Geld er mit dem Verzicht auf amtliche Publikationen im Landanzeiger sparen könnte. Es fehlen ebenso die Reichweite und Kosten vom «Anzeiger von Kulm» und der Website. «Vonseiten des Kantons gibt es dazu keine Vorschriften. Würden wir nur noch auf unserer Website publizieren, würde das völlig genügen», sagt Lehner.

Der Souverän sieht es anders. An der Gemeindeversammlung gab es eine intensive Debatte. Dann wurde die neue Gemeindeordnung mit dem «Landanzeiger»-Paragraphen mit 37 zu 16 Stimmen deutlich zurückgewiesen: Der Gemeinderat muss nun bis zur nächsten Gemeindeversammlung erst einmal Zahlen liefern.

Schulleitung zurückgebunden

Für die Gemeinde hat das Folgen. «Eigentlich wollten wir nur die Gelegenheit der Revision der Gemeindeordnung nützen, um auch diesen Punkt anzupassen», sagt Lehner. Im Mittelpunkt standen für den Gemeinderat aber ganz andere Geschäfte: Die Mitgliederzahl zweier Kommissionen sollte geändert werden, weil die Suche nach Kandidaten immer schwieriger werde. Und das Pensum der Schulleitung sollte erhöht werden, um dem gestiegenen Aufwand der Leitung Rechnung zu tragen.

Obwohl beide Punkte für die Gemeindeversammlung unumstritten waren, wird daraus nun erst mal nichts. Im Winter wird die Versammlung noch einmal über die Überarbeitung der Gemeindeordnung befinden.