Der Bauzonen- und Kulturplan aus dem Jahr 1992 muss erneuert werden. Das fordert der Kanton Aargau. Die Änderung erfolgt unter anderem, um die Zonierungen zu überprüfen und Potenzial für mögliche Entwicklungen abzuklären. Aber auch, um den Plan mit den kantonalen und regionalen Konzepten zu koordinieren.

Gegenwärtig liegt der Entwurf auf der Gemeindeverwaltung Reitnau auf (siehe Box). Bereits hätten viele Einwohner von ihrem Recht Gebrauch gemacht und Einsicht in die Bau- und Nutzungsordnung (BNO) genommen, sagt Gemeindeschreiber Heinz Wölfli. «Die Leute wollten wissen, was jetzt wo ändert. Oder welches ihre Rechte sind, wenn sie anbauen wollen oder sonst etwas an ihrem Heim verändern wollen», erklärt Wölfli.

Einsprachen seien noch keine eingegangen (Stand gestern).

Einzelne Einsprachen erwartet

Der Gemeindeschreiber traut der Ruhe nicht: «Ich rechne mit ein bis drei Einsprachen.» Während des Mitwirkungsverfahrens seien nicht ganz alle mit den neuen Plänen einverstanden gewesen. Massive Änderungen sind jedoch im neuen Plan nicht zu entdecken. Einigen Erweiterungen steht eine Reduktion der Bauzone gegenüber.

Die einzige Reduktion betrifft das Gebiet Hofacker. Dort sei eine grössere Fläche der Wohnzone W2, zweite Etappe, nicht überbaut, heisst es im Entwurf. Auch in der Zeitspanne seit der letzten Revision unternahm der Besitzer keine Anstrengungen, diesen Teil zu überbauen. Eine Auszonung ist so möglich.

Weil das Gebiet beim Hofacker nicht überbaut werden kann, sollen im Gegenzug folgende Zonen erweiter werden:

Rüssli 1: Ein Gebäudeteil wird nicht mehr landwirtschaftlich genutzt und kann daher der Bauzone zugeordnet werden.

Rüssli 2: Hier ist eine Erweiterung der Bauzonenfläche um 0,16 Hektaren vorgesehen.

Hausmatten: Die grosse Halle wird nicht mehr landwirtschaftlich, sondern gewerblich genutzt und wird daher der neuen Wohn- und Arbeitszone zugeteilt.

Weinhalden: Mit der Einzonung hangabwärts wäre eine Erschliessungsstrasse möglich.

Gebiet Winkel 1: Einige Gebäude hier werden nur noch teilweise landwirtschaftlich genutzt. Darum wird der überbaute Bereich der Parzelle der Wohn- und Arbeitszone zugewiesen.

Gebiet Winkel 2: Die Reitsport- und Gartenanlagen werden der Wohn- und Arbeitszone zugewiesen.

Neu nur eine Wohnzone

Weil die Einwohnerzahl Reitnaus in den letzten Jahren leicht zugenommen hat, ist auch hier verdichtetes Bauen ein Thema. Auf die bisherige Differenzierung zwischen den beiden Wohnzonen W1 und W2 wird verzichtet und die gesamte Fläche der Wohnzone W2 zugeordnet. Es werden leichte Anpassungen beim Grenzabstand und der maximalen Gesamthöhe vorgenommen. Eine Änderung betrifft die Firma Maroplastic. Deren Areal wurde der reinen Arbeitszone (bisher Wohn- und Gewerbezone) zugefügt. Die Bestimmungen in der neuen Arbeitszone wurden so formuliert, dass der Weiterbestand der Firma möglich ist.

Am 25. November wird an der Gemeindeversammlung über die BNO abgestimmt. Danach liegt das Geschäft in Aarau und muss vom Grossen Rat genehmigt werden.