Die ersten Gäste waren ein Tätowierer und sein Grosi. Philipp und Margot Kehl haben am Montag an Reinachs Hauptstrasse das Restaurant «Philipp Kehl – food art» eröffnet. Dabei waren sie eben noch in Indien auf der Suche nach sich selbst.

«Philipp Kehl – food art», ist das nicht etwas abgehoben fürs Wynental? «Mir war lange unwohl mit diesem Namen», sagt Philipp Kehl. Alles Mögliche hat sich das junge Paar einfallen lassen und wieder verworfen. «Die guten Namen gibt es alle schon irgendwo.» Da kam Margot die Idee mit «Philipp Kehl.»

Der Name brauchte Überzeugungsarbeit, aber am Ende konnte sich Margot durchsetzen. Schliesslich haben sie damit einen einmaligen Namen. Und am Ende sei es doch der Koch, der ein Restaurant ausmacht. Und Philipp Kehl darf wohl auch: Schon mit 24 wurde der heute 33-Jährige Küchenchef im Badener «Paparazzi», später arbeitete er mit Spitzenkoch Bruno Gurter. «Aber ich hatte bald genug von der Gault-Millau-Kocherei.»

Kehl wechselte als Küchenchef zu Trinamo, führte drei Jahre lang das «Mojo» in Aarau. Schliesslich kam Margot in sein Leben, sie begaben sich gemeinsam auf eine grosse Reise nach Indien und Sri Lanka: loslassen, träumen, Neues entdecken und sich selbst finden.

Bis sie sich eines Abends beim Sonnenuntergang an einem schönen Strand vom Reisen ausruhten, sich ansahen und sagten: «Wir müssen wieder selber etwas machen.» Und so wurde aus ihren letzten Franken und dank der Unterstützung von Freunden und Familie Reinachs neuster Hingucker, das «Philipp Kehl – food art», gleich gegenüber vom Blumengeschäft «Art- floral».

Von Montag bis Freitag gibt es täglich ein Mittagsmenu mit Vegi-Option, am Nachmittag sind Getränke in Selbstbedienung im Angebot. «Wir mögen es unkompliziert», sagen die beiden. «Und vor allem können wir uns mit diesem reduzierten Angebot voll und ganz auf die Qualität konzentrieren.»

An fünf Themenabenden im Juli kochen sie zusätzlich für angemeldete Gäste. So wird am 6. Juli grilliert und am darauffolgenden Wochenende wird es orientalisch. Das erste Feedback freut die beiden: Die Gäste schätzen das freundliche Ambiente, die entspannte Atmosphäre, das gute Essen. Es ist den zwei gelungen, ihre Vorstellungen einer kleinen Wohlfühloase für ihre Gäste umzusetzen. 

Wenn das Restaurant einmal läuft, haben die beiden schon weitere Pläne. Im ersten Stock soll Margots eigenes Modeatelier entstehen. Und in der Wohnung stehen immer noch unzählige Umzugskisten. Doch die haben Zeit: Zuerst kommt das Restaurant, beschlossen am Indischen Ozean.

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