Schöftland
Bäumchen pflanzen für den Jahrgang 2016: «Der Wald muss etwas wert sein»

Einige Dutzend junge Bäume – Stieleichen und Eiben – kamen an Gründonnerstag in den Waldboden

Peter Weingartner
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Peter Weingarter

Eo«Ich hab natürlich die Kamera wieder vergessen», sagt eine junge Mutter im steilen Sonnenhang am «Unteren Hauser». Das Handy tut den gleichen Dienst, um Papa und Kind zu fotografieren, wenn sie Stieleichen und vereinzelt einige Eiben pflanzen. Von 42 eingeladenen Familien – alle bekamen 2016 Nachwuchs – sind 18 dabei an der Baumpflanzaktion der Ortsbürgergemeinde und des Forstbetriebs Oberes Suhrental. Etwa 40 Erwachsene und 25 Kinder. Bereits zum 24. Mal werden für Neugeborene Bäume gepflanzt.

Lukas Lieberherr mit Levi Ilay «Etwas Gutes tun für die Menschheit, darum sind wir hier. Wenn Levi Ilay älter ist, werden wir wieder kommen und sagen: Den haben wir gepflanzt. Ich weiss ziemlich genau, wo unsere Bäume stehen. Auch lernte ich andere junge Eltern kennen.»

Lukas Lieberherr mit Levi Ilay «Etwas Gutes tun für die Menschheit, darum sind wir hier. Wenn Levi Ilay älter ist, werden wir wieder kommen und sagen: Den haben wir gepflanzt. Ich weiss ziemlich genau, wo unsere Bäume stehen. Auch lernte ich andere junge Eltern kennen.»

Peter Weingarter

Förster und Grossvater

Förster Martin Leu ist in doppelter Funktion da. Er leitet die Aktion und erklärt, warum hier vor allem Stieleichen gepflanzt werden. Es geht um die Förderung seltener und wertvoller Baumarten, ein kantonales Projekt. In Zeiten des Klimawandels hätten Eichen gemäss Wissenschaftlern grössere Chancen als Buchen. Die Eiche werde in den nächsten Jahren die Buche als Hauptbaumart ablösen, da sie als Pfahlwurzler in tiefere Schichten vordringe. Martin Leu ist aber auch junger Grossvater und pflanzt für Enkelin Malina eine Eibe.

Die Mitarbeiter des Forstbetriebs haben das Terrain vorbereitet. Viel steht da nicht mehr, und zahlreiche vorgebohrte Löcher erleichtern das Setzen. Einige Väter in Arbeitshosen setzen die Hacke an und machen ihre eigenen Löcher. Man bemüht sich darum, die Bäume in einer Reihe zu setzen, was die Bewirtschaftung später erleichtert. Zur Förderung der Biodiversität darf zwischendurch auch mal eine Eibe in den Boden, allerdings nicht direkt neben dem Weg: Pferde können eingehen, wenn sie davon kosten.

Pinar und Fatih Percin mit Ela Nur «Wir finden diese Aktion gut: Der Natur etwas zurückgeben. Morgen gehen wir mit der Tante in den Wald und zeigen ihr, wo wir die Bäumchen gesetzt haben. Wir wissen noch genau wo. Wir werden nun immer wieder in den Wald kommen.»r

Pinar und Fatih Percin mit Ela Nur «Wir finden diese Aktion gut: Der Natur etwas zurückgeben. Morgen gehen wir mit der Tante in den Wald und zeigen ihr, wo wir die Bäumchen gesetzt haben. Wir wissen noch genau wo. Wir werden nun immer wieder in den Wald kommen.»r

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Wald braucht Unterstützung

Dieter Fierz von der Ortsbürgergemeinde weist auf die Bedeutung des Waldes als Erholungsraum hin. Biker, Wanderer, OL-Läufer, Pilzler, sie alle nutzen ihn. Und zwar gratis. Die sinkende wirtschaftliche Rentabilität – der Holzpreis ist im Keller – werde in Zukunft finanzielle Unterstützung nötig machen, sagt er: «Der Wald muss uns das wert sein.» Auch Gemeinderätin Trudi Müller betont die Wichtigkeit des Waldes mit seiner Pflanzen- und Tierwelt.

Dominik Bergamin, Natascha Baumann mit Fenja «Uns überzeugt der Grundgedanke, etwas für die Kinder zu tun, das bleibt oder bleiben sollte. Wir wissen wohl bald nicht mehr genau, wo wir die Bäume gesetzt haben, aber darum geht es ja nicht, sondern um die Idee.»

Dominik Bergamin, Natascha Baumann mit Fenja «Uns überzeugt der Grundgedanke, etwas für die Kinder zu tun, das bleibt oder bleiben sollte. Wir wissen wohl bald nicht mehr genau, wo wir die Bäume gesetzt haben, aber darum geht es ja nicht, sondern um die Idee.»

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Auf den 25 Aren einer eingezäunten Lichtung, wo seinerzeit Lothar und Borkenkäfer gewirkt haben, hat es Platz für 1000 junge Bäume. Der Zaun soll die nächsten fünf bis sechs Jahre Rehe fernhalten. «Ihr könnt 10, 20, 30 Bäume pflanzen», ermuntert Martin Leu die Familen. Und die Mütter und Väter legen tüchtig Hand an, derweil die Kinder die Erde festtrampen können. Nach der Pflanzaktion klingt der Gründonnerstag-Vorabend bei Wurstessen und Gedankenaustausch aus.

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