Schöftland
Bilder und Stelen werten sich gegenseitig auf

Auftakt zur Schöftler Woche mit der Vernissage der Kunstausstellung von Verena Gubser und Hansruedi Steiner.

Sibylle Haltiner
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«Tradition ist das Bewahren des Feuers, nicht das Anbeten der Asche.» Mit diesem Zitat von Gustav Mahler eröffnete Barbara Lüthi, Mitglied von Pro Schöftland, am Freitagabend die Vernissage der Ausstellung Kunst im Schloss und damit die Schöftler Woche. Das Feuer müsse genährt werden, erklärte sie, deshalb verbinde die diesjährige Schöftler Woche traditionelle Veranstaltungen mit neuen Leckerbissen.

Kunstausstellung erweitert

Zu den traditionellen Anlässen gehört die Kunstausstellung im Schloss. In diesem Jahr zeigen Verena Gubser, Safenwil, und Hansruedi Steiner ihre Werke. Bereits seit September stehen Skulpturen des Aarauer Künstlers im Schlosspark. Die Erweiterung von «Kunst im Schloss» ist die erste Ausstellung im Park. Die meisten von Steiners Skulpturen sind aus einem Stück Holz geschnitzt. «Sie faszinieren mich durch ihre Leichtigkeit und gleichzeitige Schwere», beschrieb Barbara Lüthi die Werke an ihrer Ansprache. Die zahlreichen Ausstellungsbesucher erfuhren, dass die mosaikartigen Wandobjekte aus Spänen entstanden sind, die bei der Arbeit an den Skulpturen angefallen sind. «Holz ist ein High-Tech-Material, das sich auf alle Seiten bearbeiten lässt», erklärte Steiner.

Energie und Harmonie

Verena Gubser hat lange Zeit in Schöftland gelebt, sich im Dorf auch politisch engagiert und ist vielen Schöftlern bekannt. «In den letzten Jahren hatten wir eher traditionelle Kunst im Schloss, nun hat es Verena Gubser verdient, hier gezeigt zu werden», meinte Barbara Lüthi und lobte die Energie der Bilder und ihre Harmonie.

Gubsers Kunst ist konkret, also losgelöst von der Natur. Ihre farbigen Bilder wirken oft wie optische Täuschungen, die Flächen verschieben sich. «Ich suche das Gleichgewicht der Farben, das aber manchmal verschnitten wird und dadurch eine Dynamik erhält», so Verena Gubser.

Die unterschiedlichen Werke der Künstler ergänzen sich. «Es ist ein Kontrast da, aber die filigranen Stelen passen zu den Quadern der farbigen Bilder», erklärte Gubser, die selbst Hansruedi Steiner als Ausstellungspartner vorgeschlagen hat. «Die Werke unterstützen sich und werten sich gegenseitig auf.»

Häppchen und Musik

Damit die Kunst optimal zur Gel-tung kommt, hat das Bauamt die Möbel aus dem Schloss geräumt. Dias schaffte Platz für die Vernissagebesucher. Diese versammelten sich im Von-May-Saal und wurden vom Duo Rappel mit Chansons begrüsst. Zum Kunstgenuss liessen sich die kulinarischen Leckerbissen des Apéros, den die Gemeinde offerierte, geniessen.

Neben der Kunstausstellung hat die Lesung am Montagabend Tradition. Heuer ist die junge Aarauer Autorin Isabelle Stamm zu Gast. Zum ersten Mal durchgeführt werden das Geschwistergespräch und der Abendspaziergang, für welchen sich gemäss Barbara Lüthi viele Leute angemeldet haben. Programm der Woche: www.proschoeftland.ch.

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