Menziken
Cowboys, bunte Ballone und Gugge in der katholischen Kirche

Guggenmusik und fröhliche Fasnachtsgestalten in der katholischen Kirche St. Anna in Menziken – geht das? Ja, wenn alle einander Platz geben schon, finden die Verantwortlichen. Der Fasnachtsgottesdienst vom Sonntagmorgen gefiel jedenfalls Jung und Alt.

Sibylle Haltiner
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Schülerinnen und Schüler trugen die Fürbitten zusammen mit der Katechetin Margrit Schalch vor
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Cowboys, bunte Ballone und Gugge in der katholischen Kirche
Auch Erwachsene verkleideten sich für den Gottesdienstbesuch
Bienen waren im Gottesdienst herzlich willkommen
Als Prinzessin, feurige Spanierin oder Indianerin wohnten die Mädchen dem Gottesdienst bei
Fröhliche Farben und kakofonische Töne beherrschen den Gottesdienst.

Schülerinnen und Schüler trugen die Fürbitten zusammen mit der Katechetin Margrit Schalch vor

Sibylle Haltiner

Am Sonntagmorgen ertönte in der katholischen Kirche Menziken keine besinnliche Orgelmusik. Zudem tanzten viele Besucher aus der Reihe: Statt im Sonntagskleid wohnten sie der Messe im Clowns- oder Cowboykostüm bei. Die Familienguggenmusik Wynaquaker sorgte für eine fröhliche musikalische Untermalung des Gottesdienstes mit oft schrägen Tönen und der Altar war mit bunten Ballons umgeben. Passend zur fünften Jahreszeit fand in der katholischen Kirche St. Anna ein Fasnachtsgottesdienst statt.

«Wir haben heute eine grosse Kumulation von Anlässen», meinte Pfarradministrator Piotr Palczynski als Einleitung zur Messe. Fasnacht, Valentinstag und Kindergottesdienst trafen zusammen, denn ausnahmsweise waren auch die Kleinsten, für welche sonst ein separater Gottesdienst im Pfarrheim stattfindet, in der Messe integriert.

Vor allem die Kinder hatten grossen Spass am Fasnachtsgottesdienst, durften sie doch für einmal als Prinzessin, Eisbär oder Biene verkleidet der Messe beiwohnen. Doch auch einige Erwachsene nützten die Gelegenheit und empfingen die heilige Kommunion in farbigen Kleidern, mit geschminktem Gesicht und Perücke.

Passend zum Thema Fasnacht erzählte Nicole Schild die Geschichte des bunten Elefanten Elmar, der seine Kollegen immer zum Lachen bringt. «Gott liebt jeden als Menschen, der so besonders ist wie die Farben der Kostüme, die wir heute tragen», fasste Schild die Botschaft ihrer Geschichte zusammen.

Da heuer die Kinder im Fasnachtsgottesdienst integriert waren, trugen Schülerinnen und Schüler die Fürbitten vor. Die zehnjährige Mara trat mit Westernhut und Lederjacke auf, da es zu ihrer Fürbitte vom starken Cowboy, der auch einmal schwach sein darf, passte. Der neunjährigen Clara gefiel vor allem die Guggenmusik. «Das ist ungewohnt in der Kirche», sagte sie. Jayra, 11, hat sich als Indianerin verkleidet. «Es hat Spass gemacht», erklärte sie nach dem Gottesdienst fröhlich.

Für die Familienguggenmusik Wynaquaker passt der Auftritt am Fasnachtsgottesdienst zu ihren Konzerten in Altersheim und Spital. «Die Fasnacht ist ein Fest, das man zusammen feiern soll», erklärte Tambourmajor Reto Scussel alias Gizmo. Die Musikvorträge hat er an den Auftrittsort und den Kindergottesdienst angepasst. «Wir haben eher langsamere Stücke und für die Kinder lustige Lieder gespielt», so der Wynaquaker. Deshalb hörten die Gottesdienstbesucher zum Auftakt «Only You», später ertönte «Schön ist es, auf der Welt zu sein» und zum Abschluss «Up in the Sky».

Zufriedene Gottesdienstbesucher, ob in zivil oder im Fasnachtskostüm, trafen sich nach dem Gottesdienst zum Apéro im Pfarrheim. Besinnlichkeit und Ausgelassenheit, Gottesdienst und Fasnacht trafen sich und passten gut zusammen. «Wir machen das Unmögliche möglich», erklärte Piotr Palczynski. «Wenn alle einander ein bisschen Platz geben, funktioniert das gut.»

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