Dass die Melioration in Moosleerau durchgeführt wird, dafür hat sich der Gemeinderat eingesetzt. Mit allen Mitteln hat er versucht, den Landwirten das Projekt schmackhaft zu machen, unter anderem mit einer Deckelung der Beiträge auf 600 Franken pro Hektare plus Realersatz für im Rahmen der Melioration verlorenes Land. Ein sehr ungewöhnliches Vorgehen. «Die Gemeinde spart 7,2 Millionen Franken, wenn wir die Melioration durchführen», sagt Gemeindeammann und Finanzchef Daniel Dätwyler. Ohne Melioration könne die Gemeinde die nötigen Arbeiten im Bereich Hochwasserschutz im Dorfkern, Drainage-Reparaturen im Moos und die Sanierung der Feldwege nicht stemmen.

Trotz dieser Zückerchen blieben die Landwirte in Moosleerau skeptisch. An der Abstimmung vom 7. Juni 2018 stimmte rund ein Drittel der anwesenden Bürger gegen die Melioration. Gewisse Landwirte hätten Angst, dass ihnen mit der Melioration etwas «von Aarau» aufgedrückt werde, so Dätwyler. Dabei könne im Rahmen der Melioration jeder Bauer seine Wünsche äussern und sich aktiv bei jedem Planungsschritt einbringen. Ausserdem gab es in Moosleerau bereits in den 1940er-Jahren eine Melioration – der Handlungsbedarf ist deshalb noch nicht überall ersichtlich. «Dass die Drainagen im Moos bald 100 Jahre alt sind und nicht mehr richtig ziehen, ist eine Tatsache, der man Rechnung tragen muss», sagt Dätwyler. 

Ausführungskommission bestellen 

Der nächste Schritt ist nun die Gründung einer Genossenschaft der Landbesitzer sowie die Wahl der Ausführungskommission. Letztere solle klein und schlagkräftig sein, erklärt der für die Melioration zuständige Gemeinderat Christoph Fischer. Fünf Personen wird die Kommission umfassen: Einen Präsidenten, einen Gemeinderat, zwei Bauernvertreter und einen Vertreter des Naturschutzes. Das Präsidium wird ein auswärtiger Landwirt übernehmen, der Erfahrungen mit Meliorationen hat. «Wir haben bereits mit einem Kandidaten gesprochen. Er hat uns zugesichert, das Präsidium zu übernehmen», so Fischer. Bis im Frühsommer die ganze Kommission steht und gewählt werden kann, muss das Grundeigentümerverzeichnis erstellt werden. Dieses zeigt auf, wer alles mit wie viel Fläche an der Melioration beteiligt ist.