Menziken
Das Bürgerheim kommt teurer als gedacht

Der Gemeinderat beantragt einen Nachtragskredit von 300000 Franken. Grund dafür sind vor allem höhere Kosten bei der Haustechnik.

Rahel Plüss
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Im Bürgerheim leben heute Menschen, die besondere Betreuungsbedürfnisse haben.

Im Bürgerheim leben heute Menschen, die besondere Betreuungsbedürfnisse haben.

Rahel Plüss

Eigentlich hatte die Menziker Gemeindeversammlung der Sanierung ihres Bürgerheims bereits zugestimmt. Nun kommt das Vorhaben aber teurer als zunächst angenommen. Das gab der Gemeinderat am Montagabend bekannt. Er wird der Sommergmeind einen Nachtragskredit in Höhe von 300 000 Franken beantragen.

Mit grossem Mehr hatte die Gemeindeversammlung im vergangenen Juni einem Sanierungskredit von 950 000 Franken zugestimmt und sich damit auch hinter das Begehren des Gemeinderats gestellt, das Bürgerheim als gemeindeeigene Institution weiterzuführen. Im Bürgerheim leben heute Menschen, die nicht autonom wohnen können oder wollen und besondere Betreuungsbedürfnisse haben: Frauen und Männer mit einer psychischen, physischen oder sozialen Beeinträchtigung.

Haustechnik braucht Anpassungen

Unterdessen hat der Menziker Architekt Herbert D. Streit mit der Detailplanung begonnen und festgestellt, dass der auf einer ersten Schätzung basierende Betrag von knapp einer Million Franken nicht ausreicht, um die vorgesehenen, nötigsten Sanierungsarbeiten zu realisieren. «Wir haben gemerkt, dass vor allem im Bereich der Haustechnik grössere Anpassungen nötig sind», sagt Streit. Es gehe vor allem um die Erneuerung von Wasser- und Stromleitungen, die Absicherung der Nasszellen mit Fi-Schaltern und ein Abluftsystem, so die Ausführungen des Architekten. Zudem sei ein grösserer Boiler nötig und man wolle bei den Duschen auf ein Schweizer Produkt setzen.

Das Projekt sei immer noch das gleiche, es gebe keine wesentlichen Änderungen gegenüber der ersten Variante, sagt Gemeinderat Alfred Merz. «Es geht hier nicht um ‹nice to have›», so der Menziker Vizeammann. Ziel sei nach wie vor, die stark abgewohnten Zimmer – das Haus wurde vor über 40 Jahren zum letzten Mal einer grösseren Renovation unterzogen – dem heutigen Standard anzupassen und, wo immer möglich, mit einer Nasszelle zu versehen. Unterdessen habe man hier Optimierungspotenzial festgestellt. Durch eine andere Zimmereinteilung im Obergeschoss könne mehr Raum für die Installation von Nasszellen geschaffen werden.

Höherer Tagessatz notwendig

«Diese Mehrkosten sind unerfreulich, das ist uns bewusst», so Alfred Merz weiter. Sie hätten auch zur Folge, dass der Tagessatz für die Bewohner noch mehr angehoben werden müsse. Man war von einer Erhöhung um drei Franken ausgegangen, nun werden es vier sein. Das macht dann 103 Franken pro Person und Tag.

Stimmt die Menziker Gemeindeversammlung dem Begehren zu, kann voraussichtlich im August mit den Arbeiten begonnen werden. Am geplanten Ablauf ändert sich gemäss Informationen des Architekten nichts. Zuerst wird das ehemalige Verwalterhaus umgebaut, damit die Bewohner vorübergehend dort einziehen können, während ihr Zimmer im Haupthaus renoviert wird. «Der Umbau unter Vollbelegung ist eine logistische Herausforderung», sagt Streit. Der Architekt rechnet deshalb mit einer Bauzeit von bis zu anderthalb Jahren.

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