Noch ist das neue Lehrerzimmer im frisch erstellten Schulverwaltungs-Gebäude ein riesiger leerer Raum, der Boden orange, die Wände aus hellbrauner Fichte. Noch muss man sich die grossen Tische vorstellen, um die bald die Lehrerinnen und Lehrer der Schule Schöftland sitzen werden. In ein paar Monaten werden hier insgesamt 100 Lehrpersonen Sitzungen abhalten, ihre Postfächer leeren und Kaffeepause machen.

Für sie alle wird das Neuland sein: Bisher hatten die nebenan stehenden Primar-, Sek/Real- und Bezirksschulhäuser separate Lehrerzimmer. Durch den gemeinsamen Raum im ersten Stock des neuen Schulzentrums werden die zwei bisherigen Lehrerzimmer frei. «Daraus entstehen ab dem nächsten Schuljahr Klassenzimmer» sagt Daniel Wehrli, der für den Hochbau verantwortliche Gemeinderat. Weitere Räume werden durch Verschiebung von Material von den Schulhäusern ins Verwaltungsgebäude frei. Aus ihnen werden Gruppenzimmer. Der neu gewonnene Platz kann die Schule gut brauchen: Ab Herbst 2020 startet die Integration der Kreisschule Oberes Suhrental (vorerst nur Realschule) in die Schule Schöftland.

Ausser dem Lehrerzimmer werden im 6,7-Millionen-Franken-Neubau bald Schulsekretariat, Mediathek, Schul- und Stufenleiterbüros, Besprechungszimmer und der Mittagstisch beheimatet sein. In dem im Untergeschoss eingerichteten Zentrallager wird zudem sämtliches Schulmaterial aufbewahrt.

Nächster Schulbau in Planung

Für Wehrli ist die Fertigstellung des Verwaltungsgebäudes – nur die letzten Schliffe müssen noch erledigt werden – ein persönliches Highlight. «Vor sechs Jahren haben wir mit der Planung des Schulzentrums angefangen. Zuerst haben wir das Realschulhaus aufgestockt, dann das alte Schulhaus (Primarschule) saniert und jetzt das neue Verwaltungsgebäude gebaut.» Und damit enden die Schulbauprojekte in Schöftland noch nicht: Der Sommergmeind wird ein Kredit für den Bau eines neuen Kindergartens beantragt.

Das Verwaltungsgebäude, das am Ort der abgerissenen Chäsi steht, wurde mit modernster Technik gespickt, der man schon im Eingangsbereich begegnet: Eine digitale Infotafel empfängt dort den Besucher mit Neuigkeiten und Erklärungen. Im Lehrerzimmer fahren auf Knopfdruck die Storen aus, ein zweiter Schalter senkt die Leinwand von der Decke runter. Auch an Ästhetik fehlt es dem Neubau nicht: Treppenhaus und Gänge sind in Grüntönen gehalten, die Büros und Sitzungsräume in Orange. In der Eingangshalle lässt ein Lichthof Oberlicht ins Erdgeschoss scheinen.

Den Abfall wirft man in einem modern gestalteten Schulbau nicht einfach in den Kübel, sondern in einen von vier Entsorgungsbehälter. «Wir trennen nach Abfall, Pet, Alu oder Glas – ein Konzept, dass wir gerade in der ganzen Schule einführen», so Wehrli. Papier und Karton werden in separaten Behältern gesammelt. Noch nicht gross anfallen werden Küchenabfälle. Obwohl der Mittagstisch über eine grosse Küche verfügt, werden die Mahlzeiten bis auf weiteres vom Alterszentrum geliefert, das nur ein paar Schritte entfernt ist. Für diejenigen Schüler, die mitgebrachtes Essen wärmen möchten, stehen Mikrowellen bereit.

Draussen ist in den letzten Wochen ein Begegnungsplatz entstanden. Bereits plätschern die beiden Brunnen neben den Betonbänken auf der Seite zur Bibliothek hin. Die offizielle Einweihung bildet den Start des Jugendfests am 28. Juni. Die Schöftler warteten ein Jahr länger auf ihr Jugendfest, damit die beiden Feiern gekoppelt werden konnten.