Unterkulm

Der Böhlerknoten: Eines der heissesten politischen Eisen im Wynental rückt näher

Bis der ungeliebte Böhlerknoten neu gestaltet ist, dauert es noch gut sechs Jahre.

Der Regierungsrat beantragt 22,4 Millionen Franken für die WSB- /Strassensanierung.

Es ist ein wichtiger Meilenstein bei der Eigentrassierung der WSB (Wynental- und Suhrentalbahn) in Unterkulm und der Sanierung des Böhlerknotens: Der Regierungsrat beantragt dem Grossen Rat einen entsprechenden Eintrag im Richtplan. Gleichzeitig soll das Parlament 22,4 Millionen Franken für die Realisierung bewilligen. Das Baugesuch für den Umbau der Hauptstrasse wird voraussichtlich bereits im vierten Quartal 2019 öffentlich aufgelegt.

Der Böhlerknoten ist eines der heissesten politischen Eisen im Wynental. So kamen allein im Rahmen der Mitwirkung zur Richtplananpassung Ende 2017 insgesamt 32 Eingaben zusammen. Es beteiligten sich neun Parteien, sieben Verbände, vier weitere Interessenvertreter, zwölf Unternehmen und Privatpersonen. Sie haben viel erreicht. So hat der Kanton die ursprünglich vorgesehene Kreisellösung wieder fallengelassen und erklärt, dass er stattdessen eine vielfach geforderte T-Kreuzung planen werde. Seit da haben sich die Gemüter etwas beruhigt.

Dennoch gibt es auch viele im Dorf, die von einer Tunnellösung träumen. Vom Tisch zu sein scheint die Forderung des VCS nach einer Fussgängerunterführung. Beide unterirdischen Lösungen wären sehr teuer und schwierig zu realisieren. Ein Bahntunnel würde 200 bis 300 Millionen Franken kosten und eine monatelange Sperrung der einzigen Verkehrshauptachse im Tal nötig machen. Eine riesige Herausforderung. Und eine Fussgängerunterführung wäre wegen der beengten Verhältnisse auf dem Knoten nur durch «grosse Eingriffe in die umliegenden Parzellen» umsetzbar, schreibt der Regierungsrat in seiner Botschaft.

Die Bahn wird verlegt

Die Bahn wird ein Stück weit in Richtung Westen verlegt, um die Einschränkungen für die übrigen Verkehrsteilnehmer weitmöglichst auf die Böhlerstrasse zu beschränken. Gemäss Vorschriften werden Strasse und Fusswege Barrieren bekommen. Für die Schülerinnen und Schüler soll ausserdem mit roten Flächen neben Fussgängerstreifen die Querung von Strassen und Gleisen mit dem Velo sicherer werden. Damit Fussgänger nicht vor geschlossenen Barrieren auf der Strasse stehenbleiben müssen, werden für sie ausserdem ausreichende Warteflächen geschaffen. Die Strassen werden mit Minimalbreiten auskommen müssen, weil eine grosszügigere Auslegung den Abbruch mehrerer Gebäude nötig gemacht hätte.

Baustart frühestens 2023

Der Zeithorizont für die Realisierung des Projekts verschiebt sich um ein Jahr nach hinten und ist neu für 2023 bis 2025 geplant. Zuerst wird der überarbeitete Böhlerknoten als Teilprojektänderung nochmals öffentlich aufgelegt. Das wird voraussichtlich im vierten Quartal dieses Jahres passieren.

Weil die Elemente nun genauer definiert und ihre Kosten bekannt sind, kann trotzdem schon im Herbst die Kreditgenehmigung durch den Grossen Rat erfolgen. Wenn alles nach Plan läuft, würden nach der Behandlung allfälliger Einwendungen der Landerwerb, die Submission und die Arbeitsvergabe folgen, bis 2023 mit dem Bau begonnen werden kann.

Der Kostenvoranschlag sieht vor, dass von den insgesamt beantragten 22,4 Millionen Franken rund 16 Millionen Franken in den Bau fliessen, 3,3 Millionen Franken in Honorare und 670'000 Franken in den Landerwerb. Die verbleibende Summe ist für Übriges und Reserven eingeplant. Die Gemeinde würde sich mit voraussichtlich knapp 3,7 Millionen Franken beteiligen.

Radroute soll weg vom Knoten

Weil auf der schmalen Kreuzung kein Platz für Velostreifen oder andere fahrradfreundliche Lösungen geschaffen werden kann, ist der Kanton bereits im Gespräch mit der Gemeinde für eine Verlegung der kantonalen Veloroute, die ab dem Böhler-knoten parallel zur Hauptstrasse Richtung Oberkulm führt.

In einem separaten Projekt treibt der Kanton ausserdem auch sein an den Böhlerknoten angrenzendes Vorhaben auf der Böhlerstrasse voran. Dort soll von der Wynastrasse bis zum Talweg ein durchgehendes Trottoir erstellt werden. Auch der Budgetantrag für dieses Projekt kommt diesen Herbst vor den Grossen Rat. Die Kosten für die Realisierung betragen voraussichtlich 4,1 Millionen Franken. Mit dem Bau könnte anschliessend frühestens im ersten Quartal 2021 begonnen werden.

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Autor

Michael Küng

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