Kirchleerau

Der Bub baggert besser als sein Papi

Eine Gwärbi mit allem was dazu gehört – speziell: Die Centralschweizerischen Kraftwerke (CKW) weibelten für den Windpark.

«Ausstellungswetter!», sagt OK-Präsident Roland Wiederkehr am Samstagmorgen und lacht. 40 Ausstellende, vorab aus den Gemeinden Kirchleerau, Moosleerau, Attelwil, Reitnau und Wiliberg, die dem Gewerbeverein Oberes Suhrental angehören, zeigen eine attraktive Leistungsschau.

Am Stand von Maler Mario Bardellini aus Moosleerau werden live Bilder gestaltet. Eine Familienangelegenheit: Tochter Sabrina malt gekonnt ihre Sujets. Das Herzblut der Unternehmer spürt auch der OK-Chef. Es gehe um einen Treffpunkt von Bevölkerung und Gewerbe, sagt er: «Gute Gespräche, gute Kontakte».

Bei Ueli Hunziker, Tiefbauer aus Reitnau, gibt es nicht nur Ueli-Bier aus dem Fass zu kosten. Am Simulator kann, wer will, baggern. Der siebenjährige Lars schlägt überraschend seinen Vater. Als es auch dem vierjährigen Jan, unter gütiger Mithilfe von Instruktor René Hunziker, gelingt, Papi zu schlagen, ist die Freude riesig.

Die Gemeinde macht einen Wettbewerb, bei dem es gilt, Fotos zuzuordnen. Aus einer Dreierauswahl ist die richtige Antwort anzukreuzen. Und natürlich gibt es keine Gwärbi ohne Degustation: Bei Helen’s Vinothek ist es natürlich der Wein, der probiert werden darf, bei Nahrin aus Hendschiken darf es eine Bouillon sein. Die Bank Leerau hat den Goldwäscher Toni Obertüfer aus Willisau ins Suhrental geholt. Auch Emil Gafner, der Chef der Bank und Kassier des organisierenden Gewerbevereins, übt sich im Goldwaschen. «Etwas Gold ist immer drin», sagt Obertüfer, und die Dose mit den Goldpartikeln aus dem Sand der Napfbäche ist eine bleibende Erinnerung.

Vor dem Schulhaus hat Bauunternehmer Peter Bachmann seine Maschinen platziert. «Dieser Steinbrecher stammt aus der Zeit des Ersten Weltkriegs», sagt er. Er wird in Betrieb genommen, und das Staunen ist gross, als unter Rattern Steine zertrümmert werden.

Gut Wetter für die Nutzung der Windenergie auf Kirchleerauer Boden wollen die Centralschweizerischen Kraftwerke (CKW) machen. Informieren ist das Ziel. Die Standbetreuer müssen sich aber auch mit kritischen Fragen von Windkraftgegnern aus Kulmerau auseinandersetzen. Auf die Haltung der Gemeinde angesprochen, sagt Kirchleerauer Ammann Erich Hunziker, der als Besucher anwesend ist: «Wir stehen voll hinter dem Windpark. Die Sache ist aber noch lange nicht spruchreif». Wann die nötigen Zonenplanänderungen in den beiden Gemeinden Kirchleerau und Triengen vors Volk kommen, sei noch nicht bekannt.

Das Rahmenprogramm mit Kasperlitheater, Zumba, Harassenstapeln und Musikeinlagen, dazu diverse Beizen, wusste zu gefallen. OK-Präsident Roland Wiederkehr zog gestern Nachmittag ein positives Fazit: «Wir sind sehr zufrieden, haben auch gutes Feedback erhalten, sowohl von Ausstellern, als auch vom Publikum.» Er schätzt, dass etwa 8000 Personen die Gwärbi besucht haben.

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