Uerkheim

Die Schlacht um die Handyantenne beginnt bei Kaffee und Kuchen

Die Antenne soll auf dem Schulhaus (hinten ob der Turnhalle) errichtet werden.

Die Antenne soll auf dem Schulhaus (hinten ob der Turnhalle) errichtet werden.

In Uerkheim findet in zwei Wochen die Referendumsabstimmung über die Swisscom-Antenne auf dem Schulhaus statt.

Cédric Rüegger ist ein Befürworter des 5G-Antennenstandorts auf dem Schulhaus Hübeli. «Ich bin überzeugt, dass uns die Strahlung der neuen Antenne nicht so beeinflusst, wie man meint» , sagt er. Er gehört damit zu demjenigen Lager, das an der Gemeindeversammlung vom 26. November mit 66 zu 99 Stimmen unterlag. Das Schulhausdach als Standort wurde damals bachab geschickt. Wie hoch die Emotionen im Dorf vor der Gemeindeversammlung schlugen, demonstrierte der Zettel mit der Drohung «Stop die Antenne sonst...», die Ammann Herbert Räbmatter damals in seinem Briefkasten fand.

«Viele Einwohner sind noch unsicher»

Rüegger wurde nach dem Nein zum Antennenstandort zum Kopf des siebenköpfigen Referendumskomitees, das nach diesem Entscheid Unterschriften sammelte. 110 Unterschriften fürs Referendum kamen innert nur 14 Tagen zusammen (AZ vom 11.12.2019). Das bedeutet: Zwar sind viele Einwohner gegen den Antennenstandort, aber auch viele dafür. Am 15. März stimmen die Uerkner darum an der Urne über den Standort der 5G-Antenne ab.

Es gebe viele Unentschlossene, die nicht wissen, was sie von den Erklärungen zu Auswirkungen von Mobilfunkstrahlen halten sollen, sagt Rüegger. «Als ich für die Referendumsunterschriften von Tür zu Tür ging, habe ich bemerkt, dass viele Einwohner unsicher sind hinsichtlich des Themas. Viele sagten, sie wollten dem technischen Fortschritt nicht im Wege stehen, aber vor allem Leute mit Kindern haben Angst vor einer Handyantenne auf dem Schulhaus», sagt Rüegger.

Leute sollen am Dienstag einfach reden können

Deshalb organisiert das Referendumskomitee am kommenden Dienstag im Gemeindesaal den Gesprächsabend «Uerkheim diskutiert» .«Die Leute können sich an Tische setzen und bei Kaffee und Kuchen über ihre Ansichten und Sorgen zur Sache sprechen – wenn möglich mit Einwohnern, die eine andere Ansicht haben», so Rüegger. Vorträge von Experten oder sonstigen Referenten werde es keine geben, «an dem Abend sollen die Leute einfach reden können». Er habe an der Infoveranstaltung, an der die Swisscom sowie eine Umweltgruppe referierten, gemerkt, dass die Fragen der Bewohner wegen Zeitmangels zu kurz gekommen seien.

Wird das Referendumskomitee am Dienstagabend versuchen, die Gesprächspartner von einer Antenne auf dem Hübeli zu überzeugen? «Darum geht es nicht», sagt er. «Natürlich würde es mich freuen, wenn die Leute danach beschliessen, Ja zu stimmen. Aber das Ziel des Abends ist, dass man seine Meinung festigen kann. Egal, welche das ist.»

Antennen-Gegner zogen ihre Aussagen zurück

Die AZ hat auch mit Kritikern der Mobilfunkantenne über die Abstimmung vom 15. März gesprochen. Sie zogen aber kurzfristig ihre Aussagen wieder zurück. Deshalb werden an dieser Stelle Argumente aus den Abstimmungsunterlagen wiedergegeben.

Für die Gegner des Antennenstandorts sind die Auswirkungen auf Menschen und Tiere in unmittelbarer Nachbarschaft zu einer Mobilfunkantenne schlicht zu wenig bekannt. Durch Strahlungen belastet würden insbesondere die Kinder auf dem Pausenplatz. Die heutigen Grenzwerte würden da keine ­Sicherheit bieten.

Ferner können einige von ihnen nicht nachvollziehen, dass gestützt auf die verschärften Bestimmungen der Raumplanungsgesetzgebung Mobilfunkantennen innerhalb von Bauzonen erstellt werden müssen. Ihr Wunsch ist es, dass der Gemeinderat sämtliche Möglichkeiten ausschöpft, um eine kantonale Zustimmung zu einem Standort ausserhalb der Bauzone zu erhalten.

Der Gemeinderat schloss mit der Swisscom einen Vertrag über eine Mobilfunkantenne auf dem Schulhaus, nachdem die Swisscom diesen Standort als bestmöglichen erkoren hatte. Nur von diesem Standort aus könnte auch der Dorfteil Hinterwil erreicht werden, wo der Empfang momentan schwach ist. Weil danach vonseiten der Bevölkerung Bedenken gegen den Standort laut wurden, beschloss der Gemeinderat, an der Wintergmeind 2019 darüber abstimmen zu lassen.

Uerkheim diskutiert: Dienstag, 3. März, ab 20 Uhr im Gemeindesaal.

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