Burg
Die Stützmauern an der Hauptstrasse sind für Velos kritisch

Eine Analyse deckt Sicherheitsdefizite der vor wenigen Jahren sanierten Hauptrasse in Burg auf. Nach einem Treffen zwischen Kantons- und Gemeindevertretern liegt der Ball nun beim Kanton.

Rahel Plüss
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Kreuzen sich auf der Burger Hauptrasse zwei Fahrzeuge, wird es stellenweise eng. Velos und Fussgänger sind dann gefährdet.

Kreuzen sich auf der Burger Hauptrasse zwei Fahrzeuge, wird es stellenweise eng. Velos und Fussgänger sind dann gefährdet.

Rahel Plüss

Die Kantonsstrasse, die sich durch Burg den Berg hinauf Richtung Rickenbach windet, ist frisch saniert. Rund drei Jahre sind vergangen, seit das letzte Teilstück instandgestellt wurde. Der Belag ist neu, die Abschlüsse sauber, die Markierungen frisch – ein schönes Bild.

Velos können nicht ausweichen

Der Gemeinderat beauftragte die Firma Metron Verkehrsplanung AG, Brugg, die Situation im Dorf verkehrstechnisch zu überprüfen und die Defizite der Kantonsstrasse aufzuzeigen. Die Analyse ergab, dass insbesondere die engen Kurvenradien, die Stützmauern direkt an der Strasse sowie die teils hohen Randsteine ein besonderes Risiko darstellen. Die engen Kurven sind vor allem für sich kreuzende Fahrzeuge kritisch, weil Lastwagen oder das Postauto über den Mittelstreifen ausschwenken müssen, um die Kehre zu schaffen. Die Mauern direkt entlang der Strasse und die erhöhten Randsteine hingegen sind besonders für Radfahrer riskant. Die Bauten verhindern jegliches Ausweichen. Besonders bei Überholmanövern mit Gegenverkehr ergeben sich hier laut Studie «gefährliche Situationen».

Die Wahrnehmung der Bevölkerung ist also bestätigt, die Strasse weist Sicherheitsdefizite auf. Ist der Kanton jetzt in der Pflicht? «So einfach ist das nicht», sagt Würgler. Die Strasse entspreche den Normen und das Verkehrsaufkommen in Burg sei verglichen mit anderen Gemeinden natürlich immer noch bescheiden. «Es ist deshalb schwierig, unser Problem, unsere subjektive Wahrnehmung, beim Kanton überzeugend rüberzubringen.» Genau deshalb habe man auf eine fundierte Analyse gesetzt, bevor man beim Kanton vorstellig geworden sei.

Mittlerweile hat nun ein Treffen zwischen Kanton und Gemeinde stattgefunden. Die Burger brachten ihre Anliegen vor und übergaben den Vertretern der Abteilung Tiefbau den Bericht der Firma Metron. Jetzt ist der Ball beim Kanton. «Natürlich haben wir andere Hotspots, Kantonsstrassen, die wegen hohen Verkehrsaufkommens und vermehrter Unfälle für uns Priorität haben», sagt Kai Schnetzler von der Abteilung Tiefbau auf Anfrage. «Aber wir nehmen die Anliegen der Burger ernst und prüfen Verbesserungsmöglichkeiten.»

Er verspricht, dass man die einzelnen Konfliktpunkte nun vertieft anschauen werde und überprüfe, welche Massnahmen innert nützlicher Frist realisierbar seien. «Markierungen sind relativ einfach und schnell umsetzbar, bauliche Massnamen, eventuell sogar mit Landerwerb, beanspruchen natürlich weit mehr Zeit», so Schnetzler. Punkto Zeitplan mag er sich deshalb noch nicht festlegen.