Reinach

Die zugige Bise ist gut fürs Geschäft

Mützen und Schals gehen weg wie heisse Weggli, die Marktbesucher sind in Herbstlaune. Ein Augenschein.

Zwischen den Markständen bläst eine zugige Bise. Der Mann an der Ecke zieht seine Schultern hoch und stellt den Mantelkragen auf. Schals und Mützen haben Hochkonjunktur. «Es läuft gut heute», sagt Annemarie Hostettler hinter ihren handgestrickten Sachen hervor. Vorhin habe ein Mann gleich fünf paar Socken gekauft. Die Wohlerin kommt regelmässig nach Reinach auf den Markt. Ihre Socken haben eine feste Fangemeinde und die kommt zuverlässig, «wenns herbstelet».

Nebenan am Stand des Vereins für Pilzkunde Wynental wird eifrig diskutiert. Ein sogenannter Milchling sorgt für Aufsehen. In der angebotenen Waldpilzsuppe ist er sicher nicht gelandet, er sei nämlich ungeniessbar, weiss das langjährige Vereinsmitglied Karl Marti.

Seit 30 Jahren kommt Elisabeth Schlatter mit ihren selbst geflochtenen Körben «nach Hause», wie die gebürtige Reinacherin, die heute in Lengnau wohnt, sagt. Aber jetzt stehe in den Sternen, ob sie noch weiter «z Märit» könne. Ihr sei vor einem Monat ihr Lieferwagen samt Marktstand gestohlen worden – vor der Haustür. Deshalb sei sie heute mit geliehenem Auto und provisorisch zusammengezimmertem Tisch da. «Zum Glück regnets nicht.»

Über die trockene Witterung ist man allenthalben froh. Der Sonnenschein lockt die Besucher heute in Scharen auf den Markt – und dass es herbstlich kalt ist, hat auch Vorteile: «Bei kühlem Wetter wirkt der süsse Nideltäfeli-Duft viel besser», sagt Helmuth Achermann von der Markt- und Messekonfiserie Spico mit einem Augenzwinkern, während er die helle Masse im Kupferkessi rührt.

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