In Kölliken tut sich was. Nachdem innerhalb der Anmeldefrist nur gerade fünf Kandidaten für den Gemeinderat angemeldet worden sind, wurden bis Redaktionsschluss mindestens zwei wilde Kandidaten bekannt: einerseits Roland Frei, der für die FDP kandidiert, andererseits Christoph Müller, der momentan Präsident der Finanzkommission ist.

Er ist ebenfalls Mitglied der FDP und hat seine Kandidatur per Flugblatt angekündigt. Offiziell kandidieren neben den beiden bisherigen Steven Schneider (SP) und Fredy Gut (FDP) auch Georges Bachmann (Pro Köliken), Rudolf Lüthi (Pro Kölliken) und Walter Maurer (EVP).

Steven Schneider und Fredy Gut zeigen sich nach acht beziehungsweise sechs Jahren im Gemeinderat motiviert, Kölliken auch in der nächsten Amtsperiode mitzulenken. Deshalb haben sich der 58-jährige Schneider und der 65-jährige Gut zur Kandidatur als Vize-Ammann entschlossen.

Sechster Mann – mehr Auswahl

Vonseiten der FDP wird mit der Kandidatur von Roland Frei ein sechster Mann portiert, der gerne die Geschicke der Gemeinde Kölliken mitlenken möchte. Damit wird die Wahl des Kölliker Gemeinderats plötzlich eine Kampfwahl.

«Roland Frei meldete sich bei uns, weil er sah, dass sich mit den fünf offiziellen Kandidaten keine echte Auswahl anbietet», sagt FDP-Präsident Rolf Hess.

Die Kandidatur von Roland Frei sei für die FDP eine wunderbare Lösung, so Hess. Frei hat im Kanton Zürich bereits Kommissionserfahrung gesammelt. Nun möchte der vor ein paar Jahren nach Kölliken zugezogene 51-Jährige sich gerne im Gemeinderat engagieren.

Dass er nicht als offizieller Kandidat angemeldet ist, sieht Frei nicht als Nachteil. «Ich bin aktives Mitglied im Unterhaltungschor. Daher kennen mich bestimmt schon einige Kölliker», ist er überzeugt.

Gemeinsam Lösungen suchen

Vonseiten der EVP sieht man es positiv, dass sich im Wahlkampf um den Gemeinderat etwas tut. «Wir begrüssen es, wenn es eine echte Auswahl gibt», sagt Präsident Peter Rytz.

Die EVP selbst hat mit Walter Maurer innerhalb der Anmeldefrist einen Kandidaten gemeldet, der den Sitz von Gemeinderätin Edith Wittich verteidigen soll. Wittich stellt sich für eine weitere Amtsperiode nicht mehr zur Verfügung.

«Sich über den Gemeinderat zu beschweren, ist einfach. Besser ist es, selber mit anzupacken», sagt Walter Maurer. Für ihn ist die Kandidatur als Gemeinderat fast schon ein Kindheits- oder Jugendtraum. «Für mich war immer klar: Wenn ich mich politisch engagiere, dann als Gemeinderat.»

Nun sei es wichtig, die Machtkämpfe im Dorf zu beenden und stattdessen nach gemeinsamen Lösungen zu suchen, sagt der 53-Jährige.

Kölliken wieder attraktiv machen

Gleich zwei Kandidaten angemeldet hat Pro Kölliken: Georges Bachmann und Rudolf Lüthi. Für Ruedi Lüthi war es wichtig, dass Pro Kölliken im neuen Gemeinderat vertreten ist. Da sich nur schwer Kandidaten finden liessen, entschied er sich, zu kandidieren. Sein Ziel sei es, etwas für die Allgemeinheit zu machen.

«Ich will die Gemeinde endlich wieder aus den negativen Schlagzeilen herausholen», sagt er. Dass mit dem FDP-Kandidaten Bewegung ins Wahlgefüge kommt, begrüsst Lüthi. Der 67-Jährige bedauert es allerdings, dass die Nomination nicht innerhalb der Anmeldefrist geschehen ist.

Zweiter Kandidat von Pro Kölliken ist Georges Bachmann. Er wurde vom Komitee angefragt, ob er sich eine Kandidatur vorstellen könnte. «Ich möchte in Kölliken eine Politik des Konsens etablieren. Es soll nicht mehr sein, dass die einen etwas vorbringen und die anderen das dann ablehnen.»

Sein Ziel sei es, Kölliken attraktiv zu machen. «Dazu gehören unter anderem ein tiefer Steuerfuss und eine gute verkehrstechnische Erschliessung», sagt der 61-Jährige.

Das Komitee Pro Kölliken begrüsst, dass die Stimmberechtigten mit der Kandidatur des FDP-Mannes eine Auswahl haben – auch wenn parteipolitisch eine andere Auswahl gewünscht worden wäre.

Das Prinzip, der Bevölkerung eine Auswahl anzubieten, hat auch Pro Kölliken selber verfolgt: Während der Nachmeldefrist hat das Komitee weitere Personen für die Finanz- und die Steuerkommission gemeldet, sodass es nun in diesen Kommissionen zu Kampfwahlen kommt.