Dort zu arbeiten, wo man wohnt, ist fast schon eine Seltenheit geworden. Viele pendeln jeden Tag zwischen Wohn- und Arbeitsort. Oder ziehen gleich in die grossen Städte wie Zürich oder Bern. Dem will die Gemeinde Menziken nun Einhalt gebieten. Sie unterstützt das Projekt der Immobilieneigentümerin UBS Anlagestiftung, im Alu Hochhaus einen Coworking Space einzurichten: Arbeitsplätze, die zeitlich befristet zur Verfügung gestellt und von verschiedenen Interessenten gleichzeitig genutzt werden können.

Der Gemeinderat sei sehr interessiert am Projekt, sagt Ammann Erich Bruderer. «In der heutigen digitalen Zeit ist es nicht mehr so, dass man als Mitarbeiter einer Firma nur vor Ort arbeiten kann», sagt er. Ein Laptop und ein Internetanschluss reichen oft als Arbeitsgrundlage. Trotzdem arbeitet eine grosse Anzahl Menzikerinnen und Menziker ausserhalb der Gemeinde. Viele pendeln bis nach Zürich.

Das müsste nicht unbedingt sein. Als Wohnort sei Menziken attraktiv, sagt Erich Bruderer. Der Coworking Space ermögliche es, auch ohne Homeoffice am eigenen Küchentisch, in der Nähe zu arbeiten. «Natürlich hoffen wir, dadurch auch ein paar gute Steuerzahler anziehen zu können», so Erich Bruderer. Auch aargauSüd impuls überlegt sich, das Gemeinschaftsbüro zu unterstützen. «Wir glauben, dass es sich um ein wegweisendes Projekt handelt», sagt Präsident Martin Widmer.

Sogenannte Coworking Spaces werden immer beliebter. Die Genossenschaft VillageOffice, die auch für das Projekt in Menziken zuständig ist, hat im Aargau bereits an verschiedenen Standorten ein solches Büro realisiert – zwei davon in Aarau (an der Rathausgasse und der Laurenzenvorstadt). «Der Zweck der VillageOffice Genossenschaft ist es, Menschen wieder in der Nähe ihres Wohnortes arbeiten zu lassen», steht auf der Internetseite von VillageOffice.

Mitte 2019 soll das Büro im 5. Stock des Alu-Hochhauses eröffnet werden. Ob einzelne Büroräume oder ein Grossraumbüro und wie viele Arbeitsplätze eingerichtet werden, ist noch unklar. Am Donnerstag wird das Projekt öffentlich präsentiert. «Da geht es darum, solche Bedürfnisse abzuklären», sagt Gemeindeammann Erich Bruderer. Und wer soll künftig im Hochhaus arbeiten? Grundsätzlich sei man offen für alle. «Wir hoffen natürlich auf technikaffine Leute oder Firmen.»

Infoveranstaltung: Donnerstag, 29. November, 18.30 Uhr im 5. Stock des Alu-Hochhauses.