Oberwynental

Drei von vier Gemeinden mit Vereinbarungen einverstanden

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Die Vorlage zum Richtplanentwurf zuhanden des Grossen Rats liegt vor. Im Wynental müssen wir Gemeinden Land auszonen. Die Gemeinde Burg will aber nicht so viel Bauland auszonen wie gefordert. Deshalb hofft sie nun auf den Grossen Rat.

Sechs Gemeinden im Kanton Aargau müssen einen Teil ihres Baulands wieder auszonen. Das ist die Konsequenz des neuen Raumplanungsgesetzes, das 2013 vom Schweizer Volk angenommen wurde. Nachdem der Regierungsrat einen ersten Richtplanentwurf in die Vernehmlassung geschickt hat, liegt nun die berichtigte, überarbeitete Vorlage zuhanden des Grossen Rats vor (az vom 10. 1.).

Vier der sechs betroffenen Gemeinden liegen im oberen Wynental: Burg, Gontenschwil, Menziken und Reinach. Hier sollen insgesamt 10,5 Hektaren (ha) Bauland ausgezont werden. Mit dem ersten Richtplanentwurf im vergangenen Frühling waren die vier betroffenen Gemeinden gar nicht glücklich. Vielmehr fühlten sie sich vom Kanton um ihr Mitspracherecht betrogen, weil die Vorlage schon konkrete auszuzonende Gebiete vorsah.

Auf Wunsch der Gemeinden und Intervention des Regionalplanungsverbandes aargauSüd impuls fanden in der Folge individuelle Gespräche zwischen Vertretern der einzelnen Gemeinden und des Kantons statt. Mit Erfolg. Der Kanton kommt jetzt den Gemeinden in zweierlei Hinsicht entgegen: Er gesteht ihnen bei der Gebietsauswahl – zumindest teilweise – ein Mitspracherecht ein und gibt ihnen drei Jahre Zeit, die Flächen selber auszuzonen. Der Kanton kommt erst zum Zug, sollten die kommunalen Entscheide nicht binnen dieser Frist getroffen worden sein.

Drei der vier Gemeinden sind mit den getroffenen Vereinbarungen einverstanden. «Niemand gibt mit Freude schönste Baufelder wieder her», sagt Renate Gautschy, Gemeindeammann Gontenschwil. Aber man habe mit dem Kanton einen gangbaren Weg gefunden. So sollen im Dorf hinter der Moräne 2,2 der geforderten 2,3 ha Bauland in der «Chilematt» und am «Sackrain» ausgezont werden.

Ähnlich tönt es in Menziken. «Wir können mit den Zugeständnissen des Kantons leben», sagt Gemeindeammann Annette Heuberger. Menziken muss nach wie vor eine Fläche von 3,8 ha auszonen. Aber das Gebiet nördlich des Spitals, das ursprünglich betroffen gewesen wäre und für heftigen Widerstand sorgte, kann in eine Zone für öffentliche Bauten überführt werden und bleibt von der Auszonung verschont. Auch in Reinach ist man mit dem Resultat der Gespräche zufrieden. «Unsere Anliegen fanden Gehör. Wir können jetzt andere Flächen auszonen als ursprünglich vorgesehen», sagt Gemeindeammann Martin Heiz. Demnach würden in Reinach sogar 2,65 anstatt der geforderten 1,8 ha ausgezont.

Gar nicht glücklich ist man hingegen in Burg. «Wir wurden mit dem Fakt konfrontiert, dass es an den 2,8 ha auszuzonender Fläche nichts zu rütteln gibt», sagt Gemeindeammann Marcel Schuller. Nachdem Burg aber nicht über genügend unerschlossenes Bauland verfüge, sei man auf eine politische Lösung angewiesen, wenn die Gemeinde weiter entwicklungsfähig sein solle. Deshalb will Burg auf dem politischen Weg im Grossen Rat Einfluss nehmen.

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