Griensammler
Ein Wetterschmöcker ist auch ein Eheberater

Josef Bürgler, Präsident der Muotathaler Wetterpopheten, war zu Gast am Menzo-Treff. Neben Wetterprognosen verriet er auch das Geheimnis für eine lange Ehe.

Rahel Plüss
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Der Präsident der Wetterschmöcker aus dem Muotathal, Josef Bürgler, sorgte am Menzo-Treff vom Mittwochabend für so manchen Lacher.

Der Präsident der Wetterschmöcker aus dem Muotathal, Josef Bürgler, sorgte am Menzo-Treff vom Mittwochabend für so manchen Lacher.

Rahel Plüss

Der kleine Unterschied

Über das Wetter reden kann man immer, und nicht selten ist das Thema Türöffner für gute Gespräche. So auch am Mittwochabend in Menziken, als die Gemeinde zum 6. Menzo-Treff lud, dem Networkinganlass für das ortsansässige Gewerbe. Referent war Josef Bürgler, Präsident der Muotathaler Wetterpropheten. Gemeindeammann Annette Heuberger benutzte bei ihrer Begrüssungsansprache für die wetterfühligen Bergler allerdings lieber das Wort Wetterschmöcker, der Begriff Prophet sei ihr in letzter Zeit ein bisschen zu negativ behaftet gewesen.

Der Wetterschmöckerpräsident selber hatte keine Probleme, seine Kollegen als Wetterpropheten zu bezeichnen. Schliesslich gebe es einen entscheidenden Unterschied zwischen einem Schmöcker und einem Propheten: Der Schmöcker könne nur die nächsten Tage voraussagen, ein Prophet hingegen weit in die Zukunft blicken. Dass er selber auch über hellseherische Fähigkeiten verfügt, bewies Josef Bürgler spätestens dann, als er mit einem zielgerichteten Blick ins Publikum den Feuerwehrsoldaten ausmachte, der ihm als Anknüpfungspunkt für seinen nächsten Witz diente.

Nichts zu lachen

Es wurde viel gelacht im Menziker Gemeindesaal ob dem Vortrag von dem Mann «vo de Bärge abbe». Dabei war die vorgetragene Prognose des Ameisenmanns Martin Horat für den heurigen Sommer alles andere als zum Lachen. Schliesslich «fängt der Juni an mit richtigem Seich» und dann wirds kurzzeitig so heiss, «dass es einem die Augenbrauen verbrennt». Autsch! Da fasste sich doch der eine oder andere beim Lachen unbewusst an die Stirn.

Der Frauenversteher

Der Präsident der Muotathaler Wetterschmöcker machte den Anwesenden aber Mut. Zwar sagten alle sechs Wetterschmöcker «chli en wüeschte Sommer» voraus, doch sei das Wetter nicht immer gottgegeben. «Mann» könne es durchaus beeinflussen. «Wenn ich nämlich mit einem Blumenstrauss nach Hause komme, bin ich sicher, «dass es guet Wätter git.» Der Bergler gab den Menziker Männern noch einen anderen Tipp: «Je bescheidener der Mann, desto länger dauert die Ehe.»

Durch die Blume

Der Blumenstrauss-Wink versetzte Annette Heuberger offensichtlich in Alarmbereitschaft. Sie war besorgt um das Schicksal des Saalschmucks. «Auch ich hätte gern einen schönen Sommer», sagte sie zum Abschluss, «aber ‹gället› Männer, dieses Bouquet bleibt ‹denn im Fall› da.»

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