Die Regionalpolizei aargauSüd hat ihre Jahresstatistik 2018 veröffentlicht. Repol-Chef Dieter Holliger schreibt darin, was ihn und sein Korps im vergangenen Jahr besonders beschäftigt, aber auch erfreut hat. Die elf Verbandsgemeinden (Reinach, Menziken, Burg, Beinwil am See, Birrwil, Leimbach, Zetzwil, Gontenschwil, Unterkulm, Oberkulm und Teufenthal) haben insgesamt 31 000 Einwohner – und diese hielten die Repol ganz schön auf Trab:

Korps Die Regionalpolizei aargauSüd, bestehend seit März 2003, verfügt über 14 ausgebildete Polizistinnen (2) und Polizisten (12). Eine Aspirantin ist zurzeit in Ausbildung bei der interkantonalen Polizeischule in Hitzkirch. Ausserdem hat die Repol zwei zivile Mitarbeitende mit je einem 50-Prozent-Pensum.

Häusliche Gewalt Nur eine Aargauer Regionalpolizei hatte im letzten Jahr noch mehr Einsätze wegen häuslicher Gewalt (bezogen auf die Einwohnerzahl) als die Repol aargauSüd. 97 waren es im letzten Jahr, einer weniger als 2017. «In vielen Fällen war bei den Beteiligten Alkohol im Spiel», so Dieter Holliger. «Finanzielle Probleme, Fremdbeziehungen, Eifersucht, kultureller Hintergrund und gegenteilige Erziehungsansichten waren weitere Gründe, die eine polizeiliche Intervention nötig machten.»

Patrouille Die Repol war täglich auf Patrouille und wurde währenddessen 1050 (Vorjahr: 966) Mal an ein Ereignis aufgeboten. Im Pikettdienst ausserhalb der Patrouillenzeiten gab es 86 (142) Ausrück-Fälle. Die meisten betrafen Streitigkeiten oder Drohungen, Ruhestörungen, Tierfälle, psychisch Auffällige oder betrunkene Personen, Alarmeinsätze oder Unterstützung für die Kapo.

Einbrüche Um Dämmerungseinbrüche zu verhindern, patrouillierte die Repol insbesondere Anfang und Ende Jahr täglich in den Wohnquartieren. «Unser Einzugsgebiet blieb vor grösseren Seriendelikten verschont, es kam aber immer wieder zu vereinzelten Einbrüchen, im Geschäfts- wie auch im Wohnbereich», heisst es im Repol-Bericht.

Hallwilersee Seit 2013 patrouillieren Repol und Hallwilersee-Ranger gemeinsam in den Aargauer See-Gemeinden. Im letzten Jahr wurden 25 (19) solcher Patrouillen durchgeführt und insgesamt 49 Ordnungsbussen ausgestellt – vor allem wegen Missachten der Leinenpflicht für Hunde oder Missachten des Fahrverbots.

Geschwindigkeitskontrollen In allen Verbandsgemeinden führte die Repol total 178 Geschwindigkeitskontrollen durch. Von 133 052 gemessenen Fahrzeugen waren 8890 zu schnell – also etwa 6,7 Prozent. Zum Vergleich: Im 2017 waren von 115 436 gemessenen Fahrzeugen 9188 zu schnell gewesen (knapp 8 Prozent), insgesamt waren die Autofahrer also etwas folgsamer. 124 der Temposünder waren letztes Jahr so schnell (über 15 km/h über dem erlaubten Tempo), dass sie an die Staatsanwaltschaft verzeigt wurden und teils das Billett sofort abgeben mussten. Traurige Rekordhalter: Gontenschwilerstrasse Oberkulm (ausserorts), 130 km/h; Aarauerstrasse Reinach (innerorts), 97 km/h.

Verkehrsbussen Die Repol schnappte nicht nur Temposünder, sondern auch sonst 951 Verkehrsteilnehmer, die sich nicht an die Regeln hielten (Handy am Ohr, Nichttragen der Sicherheitsgurte, Missachten von Rotlicht oder Verbotssignalen etc.).

Parkbussen Es wurden 1911 Ordnungsbussen wegen Parkierübertretungen ausgestellt, das sind 287 mehr als im Vorjahr.

Velos und Töffli Bei der Repol wurden 17 Velo- und Mofa-Diebstähle angezeigt. Im Vergleich zu den 48 Anzeigen im Vorjahr sind das markant weniger. Dem gegenüber stehen 54 «herrenlose Zweiräder», die die Repol eingesammelt habe, steht im Jahresbericht. 2017 waren es 32.

Kinder und Jugendliche Eine der Kernaufgaben jeder Repol ist die Verkehrsinstruktion. «Bereits die kleinsten Verkehrsteilnehmer lernen den richtigen Umgang mit dem Strassenverkehr», heisst es im Bericht. 676 Kindergärtler und 337 Erstklässler erhielten Verkehrsunterricht, 354 Schüler absolvierten einen Veloparcours und 347 die Veloprüfung (wie viele davon bestanden, schreibt die Repol in ihrem Bericht nicht). Auf die richtige Velobeleuchtung legt die Repol Wert: Einerseits mit Kampagnen («Tag des Lichts»), andererseits aber auch mit Kontrollen auf den Schulwegen – und 16 Anzeigen an die Jugendstaatsanwaltschaft, die daraus resultierten (Vorjahr: 14).

Fussball-WM Wie alle Blaulichtorganisationen hatte auch die Repol aargau Süd während der Fussballweltmeisterschaft 2018 mehr Arbeit als sonst. Dennoch bezeichnet die Repol in ihrem Jahresbericht dieses Sportereignis als «positives Highlight». «Viele Einsatzstunden wurden geleistet, der Lohn dafür waren friedliche Feiern auf den Strassen», heisst es im Bericht. Besonderes Lob gibts für die Vize-Weltmeister: «Hierbei müssen die kroatischen Fans besonders erwähnt werden, die die polizeilichen Weisungen lückenlos befolgten», schreibt der Polizeichef.