Hirschthal

Einzonung der Neumatte ist unbestritten

3,9 Hektaren Wies- und Ackerland (Bildmitte) sollen überbaut werden.

3,9 Hektaren Wies- und Ackerland (Bildmitte) sollen überbaut werden.

Zwischen der Suhre und der Suhrentalstrasse soll das Gewerbe expandieren können. Gegen die Einzonung der Neumatte wurden keinerlei Änderungsbegehren eingereicht.

In Zeiten, in denen der Kulturlandverbrauch heiss diskutiert wird, ist das bemerkenswert. Im Rahmen des Mitwirkungsverfahrens gab es keinerlei Opposition gegen die Einzonung von fast vier Hektaren Acker- und Wiesland. Dadurch werden Hirschthal und Holziken zusammenwachsen. Und vor allem: Die lokale Industrie (Pfiffner Messwandler) und das Gewerbe (Gartenbau Meier) erhalten die Möglichkeit, zu expandieren.

Insgesamt 12 Eingaben

Nachdem das Mitwirkungsverfahren zur Gesamtrevision der Nutzungsplanung und Kulturland (BNO) im Dezember zu Ende gegangen ist, ist jetzt Zeit, eine erste Bilanz zu ziehen. Es gingen insgesamt zwölf Eingaben ein. Alle von mehr oder weniger betroffenen Einwohnern von Hirschthal. Keine von Verbänden. Gegen die Einzonung der zwischen Suhre und Suhrentalstrasse gelegenen Neumatte wurden keinerlei Änderungsbegehren eingereicht.

Gemeinderat macht Dampf

Der Gemeinderat hofft, die BNO-Revision spätestens im Jahr 2019 der Gemeindeversammlung vorlegen zu können, sodass sie 2020 oder allenfalls 2021 in Kraft treten kann. Er treibt das Verfahren deshalb mit Volldampf voran. Der zuständige Gemeinderat Markus Goldenberger (FDP) betont: «Der Gemeinderat ist zügig daran, die Eingaben aus dem Mitwirkungsverfahren zu behandeln. Er möchte, wenn immer möglich, die Unterlagen der BNO-Revision bis Ende Februar dem Kanton zur Vorprüfung übergeben.»

Entflechtung bei Huplant

Im Rahmen des Mitwirkungsverfahrens waren auch die Agrarbetriebe, die ennet der Suhrentalstrasse auf Gemeindegebiet von Hirschthal liegen, ein Thema: Die Firmen Huplant und Morgenthaler Gemüse streben eine Klärung ihrer stark verzahnten Struktur an. Damit ein Gewächshaus der Firma Morgenthaler verschoben werden kann, soll die Speziallandwirtschaftszone leicht ausgeweitet werden. Die vier betroffenen Grundeigentümer sind einverstanden – und der Gemeinderat wird diesem Ansinnen wohl nicht im Wege stehen.

Zwei sind bereit, auszuzonen

Wie ist es überhaupt möglich, dass Hirschthal in Zeiten, in denen Einzonungen faktisch nicht mehr möglich sind, doch noch neues Bauland schaffen kann. Die Gemeinde hat das vor allem einem Glücksfall zu verdanken. Sie hat zwei Grundstückbesitzer gefunden, die ihr eigentlich eingezontes Land nicht überbauen möchten und sich vertraglich verpflichtet haben, es zur entschädigungslosen Auszonung zur Verfügung zu stellen.

«Wir haben seit Jahren keinen Quadratmeter Gewerbeland mehr zur Verfügung», sagte Goldenberger an einer Informationsveranstaltung im November (AZ vom 20. 11.). Deshalb sollen nördlich der Garage Rickenbach zwischen dem Bach und der Strasse 3,9 Hektaren Land zur Bebauung freigegeben werden. Die Gewerbezone Neumatte bekommt Hirschthal nur auf Zeit. Der Kanton verlangt, dass sie innerhalb von fünf Jahren überbaut wird, die Gemeinde hofft, diese Zeit auf zehn Jahre verlängern zu können.

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