Reitnau
Frau Gemeindeammann nach der Fusion: «Zusammenwachsen zu einer neuen Gemeinde braucht Zeit»

Reitnaus Frau Gemeindeammann Katrin Burgherr erklärt im Interview, wo sie die Herausforderungen nach der Fusion sieht, wie es um die Schulen und die Finanzen steht.

Philippe Pfister
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Katrin Burgherr

Katrin Burgherr

Peter Weingartner

Frau Burgherr, vor zwei Jahren haben Reitnau und Attelwil fusioniert. Sind sie inzwischen zu einer Gemeinde zusammengewachsen?

Ich kann mit Freude sagen, dass die Fusion geglückt ist. Ich bin sehr stolz auf unsere Einwohnerinnen und Einwohner, wie sie mitgemacht, mitgewirkt und mitgefeiert haben. Das Zusammenwachsen zu einer neuen Gemeinde braucht sicher noch einige Zeit, ebenso das Aufbauen der Identität des neuen Dorfes.

Reitnau hat als letzte Gemeinde der Melioration im Suhrental zugestimmt. Ein grosser Brocken.

Ja, ich bin froh, dass wir dieses Projekt aufgleisen konnten. Obwohl wir auf weite Sicht Geld sparen, ist diese Investition ein grosser Brocken für uns, der unser Budget sehr belastet. Der Nutzen ist für uns aber unbestritten – und wird nach einer langen Ausführungsphase vorausschauend für die nächsten Generationen sein.

Was sind die weiteren grossen Herausforderungen, die auf die Gemeinden zukommen?

Beispielsweise Strassensanierungen, die wir in nächster Zeit anpacken müssen. Zudem haben wir viele Liegenschaften, bei denen genau analysiert werden muss, ob der Unterhalt und die Weiterbewirtschaftung Sinn machen oder ob andere Optionen gesucht werden müssen. Das Schulhaus in Attelwil beispielsweise steht seit längerem leer; hier ist eine Umnutzung in ein Gewerbehaus geplant. Interessenten als künftige Mieter gibt es bereits.

Wie geht es mit der Oberstufe weiter?

Die Oberstufe Schöftland führt den Aussenstandort in Reitnau sicher bis ins Jahr 2022. Diesen würden wir sehr gerne beibehalten, sowohl als Standortvorteil wie auch aus wirtschaftlicher Sicht.

Reitnau steht jetzt bei 114 Prozent. Wann kommt die nächste Steuererhöhung?

Leider sind die Steuereinnahmen durch die Fusion tiefer als ursprünglich angenommen. Dass wir die Steuern erhöhen, ist klar. Das wussten wir bei der Fusion schon. Die Frage ist, in welchen Schritten und in welchem Zeithorizont. 2021 machen wir keine, alles andere ist offen.