Reinach

«Für mich brach im März eine Welt zusammen»: Wie die Marktfahrer die Krise meistern

Erst zum zweiten Mal in diesem Jahr findet der Reinacher Warenmarkt in Zeiten von Corona statt. Nun schildern die Anbieter, wie sie unter der Pandemie leiden.

Der Magenbrot-Duft für die Nase, der Glitzerschmuck fürs Auge und fürs Gemüt ein Schwatz am Stand der ewig gut gelaunten Marktfahrer. Beim Schlendern durch den Reinacher Warenmarkt – nach dem Juli-Markt erst der zweite, der dieses Jahr stattfinden kann – scheint es, als wird nahtlos an die Zeit vor Corona angeknüpft.

Doch ums Lachen ist es den Marktfahrern seit Mitte März nicht mehr. Zwar finden vereinzelt wieder kleine Märkte und Luna Parks statt, aber die wichtigste Saison des Jahres, die Vorweihnachtszeit, wird praktisch ohne Märkte stattfinden. «Was wir von August bis Ende Dezember einnehmen, muss uns auch von Januar bis März reichen, weil dann keine Märkte stattfinden», sagt die 27-jährige Joèlle Urech-Hennig.

Sie ist hinter den Retro-Tassen und -Schildern ihres Standes kaum zu sehen. Zusammen mit ihrem Mann Oliver betreibt sie aus ihrem Heim in Reinach «Joli’s Retro Store», der ihre einzige Einnahmequelle ist. Verkauft werden die Artikel einzig auf Märkten. «Normalerweise besuchen wir 200 Märkte jährlich. Dieses Jahr werden es höchstens 14 sein», sagt die Mutter zweier kleinen Kinder.

Im Sommer für Gartenarbeiten angeboten

Auch Sabrina Giardino (52) aus Gränichen hat acht Jahre lang ihren Stand mit selbstentworfenen Kleidern und Schmuck auf die Platzlisten der grösseren Warenmärkte bringen können. «Für mich brach im März eine Welt zusammen», sagt sie, denn auch sie ist hauptberuflich Marktfahrerin. «Im Sommer habe ich mich für Gartenarbeiten angeboten, das hat mich gerettet», sagt sie.

Erst nach dem Lockdown zum ersten Mal Marktverkäuferin ist die Menzikerin Christina Baumann (45). Ihre Beton-Kreationen und Gestecke, für die sie auch Kurse gibt, seien nur ein Hobby. Doch auch das Hauptstandbein, Emmelinchen Kurs-Werkstatt musste coronabedingt zeitweise schliessen.

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