Wynental

Gemeindeammänner der Region: Wer geht und wer weitermacht

Martin Heiz (Reinach), Edmund Studiger (Oberkulm), Janine Murer (Leimbach), Annette Heuberger (Menziken)

Martin Heiz (Reinach), Edmund Studiger (Oberkulm), Janine Murer (Leimbach), Annette Heuberger (Menziken)

Es zeichnet sich ab: Mindestens bei einem Drittel der Gemeinden wechselt die Spitze.

Das Oberhaupt der zweitgrössten Gemeinde im Tal tritt vom politischen Parkett ab. Menzikens Gemeindeammann Annette Heuberger (56, parteilos) verzichtet bei den Gesamterneuerungswahlen im kommenden Herbst auf eine erneute Kandidatur. Nach 10 Jahren für den Landesring im Grossen Rat und 16 Jahren im Gemeinderat – davon 12 Jahre als Ammann – ist für sie «der richtige Zeitpunkt gekommen, um sich aus der Politik zurückzuziehen und Jüngeren Platz zu machen», wie sie auf Anfrage sagt.

«Man muss aufhören, solange man noch Freude hat.» Und die habe sie nach wie vor. Das Amt sei ihr nicht verleidet. «Aber für neue Ideen braucht es auch neue Köpfe, schliesslich bleibt man sich ja doch irgendwie immer selber treu.» Die Nachfolge ist noch offen, zumal am 12. Februar erst die Ersatzwahl für den vakanten Gemeinderatssitz stattfindet.

Leimbach sucht eine Nachfolge

«Eher nicht» noch einmal kandidieren wird Janine Murer (48, parteilos), Ammann der kleinsten Gemeinde im Tal. Die Leimbacherin würde ihr Amt gerne in andere Hände übergeben. «Wir sind im Gemeinderat seit längerem im Gespräch über dieses Thema», antwortet sie, auf ihre Wahlambitionen angesprochen.

«Leimbach liegt mir sehr am Herzen und deshalb ist mir die Nachfolgelösung auch sehr wichtig. Es würde mich sehr freuen, wenn sich jemand aus dem bestehenden Gemeinderat für das Amt zur Verfügung stellen könnte.»

Sie sei optimistisch, dass das gelinge. «Das wäre für mich der Idealfall, um mit Freude auf eine erneute Kandidatur zu verzichten.» Janine Murer ist seit 2002 im Leimbacher Gemeinderat, seit 2006 ist sie Ammann. Zur Begründung sagt sie: «Gemeindeammann zu sein, ist ein zeitintensives Hobby.

Neben Familie und Beruf bleibt da nicht viel Freizeit.» Es brauche viel Unterstützung und Verständnis vom Familien- und Freundeskreis. «Dies durfte ich immer erfahren.» Trotzdem sehne sie sich manchmal schon nach etwas ruhigeren Zeiten oder nach der Möglichkeit, ihre Freizeit wirklich frei planen zu können.

Auch nicht noch einmal antreten will der Oberkulmer Gemeindeammann Edmund Studiger (SP). Er wurde 2006 als Parteiloser in den Gemeinderat gewählt, ist dann im Laufe der Jahre der SP beigetreten. Seit 2010 ist er Gemeindeammann. Mit seinen 73 Jahren ist er der älteste amtierende Gemeindeammann im Tal.

Für ihn Grund genug, kürzer zu treten und «einer jüngeren Kraft Platz zu machen», wie er sagt. «Wenn ich noch eine weitere Amtsperiode anhängen würde, wäre ich bis zum Alter von 77½ Jahren im Amt. Ich bin der Meinung, dass das für die Gemeinde Oberkulm kaum erstrebenswert wäre.»

Pensioniert und «topfit»

Der Ammann der grössten und wichtigsten Gemeinde, der Reinacher Martin Heiz (FDP), sagt vieldeutig noch nichts. «Die Wahlen sind ja erst im Herbst, ich habe mich noch nicht entschieden.» Martin Heiz ist ein politisches Urgestein. Er sitzt seit 1988 im Reinacher Gemeinderat, von Anfang an als Ammann. Er wird 67 Jahre alt und ist pensioniert – politisch aber kein bisschen weniger umtriebig.

Als Projektleiter des Integrationsprojekts «Impuls – Zusammenleben aargauSüd» hat er im vergangenen Jahr beispielsweise viel Zugkraft bewiesen. Allerdings war er 2014 aus gesundheitlichen Gründen als Verwaltungsratspräsident der Asana Gruppe AG (zu der das Spital Menziken gehört) zurückgetreten. «Jetzt fühle ich mich aber wieder topfit», sagt er.

Auch ein anderes politisches Schwergewicht will sich noch nicht definitiv festlegen: Renate Gautschy (63, FDP). «Der Gemeinderat Gontenschwil wird im März kommunizieren», sagt sie. «So wie es heute aussieht, sind alle geneigt, noch einmal anzutreten.» Renate Gautschy ist seit 1998 im Gontenschwiler Gemeinderat. Seit 2005 ist sie ausserdem Mitglied des Grossen Rates, seit 2010 Präsidentin der Aargauer Gemeindeammänner-Vereinigung.

Teufenthal und Burg machen weiter

Der Teufenthaler Ammann, Urs Lehner (60, parteilos) und der Burger Ammann, Marcel Schuller (48, parteilos), sind weiterhin mit von der Partie. Urs Lehner ist seit 2002 im Teufenthaler Gemeinderat, seit 2006 Ammann, und weiterhin «motiviert, die Zukunft von Teufenthal aktiv mitzugestalten», sagt er.

Der Burger Marcel Schuller wurde 2011 in den Gemeinderat gewählt, von Anbeginn als Ammann. Er finde Gefallen an der Herausforderung und wolle mit seiner Erfahrung weitere Vorhaben in der Gemeinde Burg begleiten, begründet er seine erneute Kandidatur.

Noch nicht öffentlich zu ihren politischen Absichten wollen sich die Gemeindeammänner von Zetzwil und Unterkulm äussern. «Wir werden dieses Thema erst an der Gemeinderatssitzung vom 6. Februar besprechen», sagt der Unterkulmer Roger Müller (58, FDP). Auch Thomas Brändle (49, parteilos), seit 2006 Gemeinderat und Ammann in Zetzwil, will der ratsinternen Diskussion «nicht vorgreifen und in der Öffentlichkeit bereits eine Stellungnahme abgeben», wie er sagt.

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