Schmiedrued hat ein Gemeindehaus zu viel. Die Gemeindeverwaltung ist im August aus dem Gebäude ausgezogen. Hinauf nach Walde in die ehemalige Raiffeisen-Filiale, die für 1,7 Mio. Franken gekauft und für über 700'000 Franken umfunktioniert wurde. Inklusive Renovation der vier Wohnungen, von denen die Gemeinde drei vermietet. Vereine, die bisher im alten Gemeindehaus geprobt hatten, können künftig Räume im Schulhaus nutzen. Für das Bauamt wird noch eine Lösung gesucht.

Nun wird der Gemeindeversammlung vom 23. November beantragt, die Liegenschaft zu verkaufen. Die Käufer hat der Gemeinderat bereits erkoren, der notariell aufgesetzte Kaufvertrag liegt vor. Nur noch die Zustimmung des Souveräns fehlt, um damit zum Grundbuchamt zu gehen. Dem Gemeinderat war wichtig, dass der Käufer das einst als Schulhaus erbaute alte Gemeindehaus stehen lässt.

Liegenschaftsverkauf verantwortlich für positives Budget

Die vorgeschlagenen Käufer, der Schmiedrueder Beat Hunziker und Andreas Hochuli, haben dies anscheinend vor. Gemäss Broschüre zur Gmeind planen sie einen Umbau: Wohnungen und Raum für stilles Gewerbe sollen entstehen. Für 500'000 Franken kaufen sie nebst der Liegenschaft auch zwei angrenzende Parzellen. «Der Kaufpreis liegt im Rahmen der Erwartungen und erfüllt die finanz- und liegenschaftsstrategischen Vorgaben des Gemeinderates», heisst es in der Broschüre.

Der Liegenschaftsverkauf führt zu einem Buchgewinn von voraussichtlich 297'900 Franken. Dieser Eintrag ist hauptverantwortlich für das stolze Budget 2019: 207'700 Franken. Ohne den Buchgewinn müsste ein Verlust budgetiert werden. Dies trotz einer Erhöhung des Steuerfusses von 115 auf 120 Prozent, welche die Stimmberechtigten genehmigen müssen. Der Steuerfuss muss schrittweise steigen, damit er über den kantonalen Durchschnitt von derzeit 100 Prozent zu stehen kommt. Mindestens um 25 Prozent muss er drüber liegen; nur dann fliessen Ergänzungsbeiträge, zusätzlich zum Finanzausgleich. Diese Beiträge braucht die Gemeinde, weil sie nach neuem Finanzausgleich weniger Geld erhält als vorher.

Mühle wird wieder verkauft

Und noch eine Liegenschaft möchte die Gemeinde versilbern: «Die Liegenschaft ‹Mühle› findet nach der Realisierung der Gemeindeverwaltung im ehemaligen Bankgebäude keinen Platz mehr in der Liegenschaftsstrategie des Gemeinderates», steht in der Broschüre. Im Klartext: Kauf und Umbau des neuen Gemeindehauses kosteten einen Haufen Geld, weshalb die Gemeinde über die Bücher musste. Die Mühle-Parzelle hatte die Gemeinde 2013 zusammen mit der Wasserversorgung Hunziker und den beiden Weihern gekauft. Der potenzielle Käufer Daniel Brunner bietet 190'000 Franken. Gemäss Broschüre strebt er Renovierungen an, dies mit Rücksicht auf den noch laufenden Mühlebetrieb.

Schliesslich müssen noch zwei Kredite gesprochen werden. 700'000 Franken will der Gemeinderat für die Sanierung von Strassenabschnitten ausgeben. Eine Beurteilung der Gemeindestrassen habe ergeben, dass auf dem Gemeindegebiet Strassenabschnitte saniert werden müssten. Der Kredit sprenge zwar den Budgetrahmen für den Strassenunterhalt (rund 71'000 Franken); wollte man diesen aber einhalten, käme die Sanierung am Ende teurer und dauerte mehrere Jahre, schreibt der Gemeinderat. Der zweite Kredit von 300'000 Franken betrifft den Ersatz der Holzschnitzelheizung in den Schulanlagen aus dem Jahr 1992.