«Wir wollen grossflächig auf den Nebenstrassen Tempo 30 einführen.» Das erklärte der Müheler Ammann Andreas Urech (SVP) der AZ auf Anfrage. Die Bewohner werden am nächsten Mittwoch an einer Infoveranstaltung im Detail orientiert. Ein Jahr lang hat das Planungsbüro Ballmer und Partner das Szenario Tempo 30 untersucht. In Wohnquartieren wurden die Auswirkungen ermittelt, die das geringere Tempo im Vergleich zu Tempo 50 haben würde.

Am Informationsanlass vom 21. August werden die Ergebnisse dieser Untersuchung präsentiert und der Gemeinderat wird Pläne aufzeigen. «Wir haben erst versucht, die Autofahrer mittels Strassenmarkierungen dazu zu bringen, ihr Tempo zu drosseln», sagt der Ammann. So wurden vor einiger Zeit auf der Grittengasse die Markierungen geändert. Unter anderem wurden Rechtsvortritte geschaffen, wie sie auch in den Tempo-30-Zonen üblich sind. Diese Massnahme habe aber nicht die gewünschte Wirkung erzielt. Das dort installierte Messgerät belegt, dass noch zu fest aufs Gaspedal gedrückt wird.

Kosten von etwa 100 000 Franken

Der Beschluss des Gemeinderats kommt nicht aus heiterem Himmel. «Gewisse Wohnquartiere mit engen Strassen machen Druck, weil sie Unfälle befürchten», so Urech. Nebst anderen verlangten etwa die Anwohner der Grittengasse und der Schwabistalstrasse Tempo 30. «Der Gemeinderat versteht dies als Auftrag, zu handeln», so Urech.

Dass die Temporeduktion auch auf Opposition stossen wird, ist Urech bewusst: «Wir wären eines der ersten Dörfer, in denen es bei der Einführung von Tempo 30 keinen Widerstand gibt.» Gerade weil das Thema kontrovers sei, wolle der Gemeinderat von Beginn an transparent planen, «deshalb machen wir auch die Infoveranstaltung».

Die Kosten für das Tempo-30-Projekt belaufen sich gemäss Urech auf etwa 100 000 Franken. Ein Kreditantrag dazu wird nicht nötig sein, der Betrag kommt ins Budget.