Leimbach

«Globi-Buurs» Laden ist der einzige im Dorf – für seine frischen Produkte ist er in der ganzen Region bekannt

«Fit mit Gemüse aus dem Aargau»: die Hunzikers inmitten ihrer 300 Tomatenstöcken.

Thomas und Denise Hunziker aus Leimbach sind in der ganzen Region für ihre frischen Produkte bekannt.

Eine Kiste reifer Tomaten, Papiersäcke voller Kartoffeln und ein Kistchen mit Fenchel, Gurken und Broccoli. Fein säuberlich angeordnet. Bereit zum Verkauf. Im Hofladen von Gemüsebauer Hunziker läuft einem das Wasser im Mund zusammen.

Denise (40) und Thomas (45) Hunziker aus Leimbach haben alle Hände voll zu tun. Während der Ernte-Hauptsaison herrscht Hochbetrieb. Vom Morgen früh bis am Abend spät: jäten, giessen, aufbinden und ernten. «Freizeit bleibt da nicht viel übrig», sagt Gemüsebauer Thomas Hunziker und lacht trotzdem. Der Gemüseanbau sei nicht nur harte Arbeit, sondern ein stückweit auch ein Hobby.

Die Zahlen sind imposant: 3,5 Tonnen reife Tomaten, 25 Tonnen Kartoffeln und 20 Tonnen Rüebli. Dazu haufenweise Gurken, Peperoni, Auberginen, Fenchel, Kürbis und Zwiebeln. Alles im Eigenanbau. Ausserdem 4500 Hühner, die pro Tag 4300 Eier legen. Um dies bewältigen zu können, kann das Ehepaar auf die Unterstützung von zwei Arbeitern, Thomas’ Vater und den drei Kindern zählen.

Globi lotst die Kunden zum Hofladen

Die Hunzikers vertreiben ihre Ernte nicht etwa selber auf dem Markt oder über den Grossverteiler, sondern – mit einer Ausnahme am Reinacher Samstagsmarkt (siehe Box) – direkt ab Hof. In ihrem 24-Stunden-Selbstbedienungslädeli oder drei Mal pro Woche im Hofladen. Und das schon seit über 20 Jahren. Die Idee stammt aus Thomas Hunzikers Lehrzeit. «Mein früherer Chef im Zürcher Oberland betrieb einen Laden.»

Damals habe es das im Wynental noch nicht gegeben. Und so steht schon seit zwei Jahrzehnten Globi an der Leimbacher Hauptstrasse, der den Weg zum einzigen Laden im Dorf, zum «Globi-Buur», signalisiert. «Ich wollte unbedingt ein Logo für unseren Laden und Globi gefiel mir einfach am besten», erklärt der Gemüsebauer. Mittlerweile sind die Hunzikers in der Region als «Globi-Buur» bekannt.

Wechselgeld und Kochtipps von der Bäuerin

Der Selbstbedienungsladen ist an diesem Mittwochmorgen gut frequentiert. Bezahlen kann man nicht nur mit Bargeld, sondern auch mit der App «Twint». Hier ein freundliches «Hallo», da ein Wechsel-Geld-Wunsch. Und auch der Rat von Denise Hunziker ist gefragt. «Wie kochst du diesen Broccoli jeweils?», erkundigt sich eine Kundin.

Hunzikers probieren immer wieder neue Gemüsesorten aus. Deshalb sei die Kundschaft froh um Kochtipps. Bei ihnen gebe es etwa Spitzkabis zu kaufen. Diesen finde man praktisch nirgends mehr. Auch Knoblauch oder Süsskartoffeln versuchen die Hunzikers anzubauen. «Das rentiert zwar kaum», so der «Globi-Buur». Der Aufwand im Vergleich zum Ertrag sei einfach zu gross. Aber es ist die Herausforderung, ob es gelingt, die das Ehepaar antreibt.

Die Anbaufläche wurde vervielfacht

Angefangen haben sie mit vier Aren Anbaufläche, mittlerweile sind es 250 Aren. Stück für Stück haben sie die Kultivierung professionalisiert. Alle 14 Tage pflanzen die Hunzikers frische Setzlinge, damit die Palette das ganze Jahr breit bleibt.

«Es ist ein durchschnittliches Jahr», sagt Thomas Hunziker über den diesjährigen Ertrag. Im Frühling hätten sie zwar wie verrückt heizen und im Sommer viel wässern müssen. «Aber so schlimm wie letztes Jahr war es nicht.» Bei der Wasserknappheit 2018 mussten sie jeweils bis spät in die Nacht ihre Pflanzen von Hand giessen, um so den Wasserverbrauch gering zu halten.

Bei so viel Arbeit bleibt die Freizeit in der Tat auf der Strecke. Aber den Kindern mache es Spass, auf dem Bauernbetrieb mitzuhelfen. «Unser 13-jähriger Sohn will Gemüsegärtner lernen», sagt Vater Hunziker nicht ohne Stolz. Einmal im Jahr gönnt sich die ganze Familie Skiferien in den Flumserbergen. Im Ausland war Thomas Hunziker bisher erst einmal. Letztes Jahr, drei Tage in Holland zusammen mit seiner Frau Denise. Sie haben mit dem Hühnerverband Stallungen besucht. Danach gings wieder zurück an die Arbeit.

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Autor

Melanie Eichenberger

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