Reitnau

Gmeind muss zustimmen: Zum Hochwasserschutz gibts im Suhrental eine Melioration

Mit den eigentlichen Arbeiten kann voraussichtlich 2024 begonnen werden.

Mit den eigentlichen Arbeiten kann voraussichtlich 2024 begonnen werden.

Der Gemeinderat Reitnau beantragt am 14. September ein Ja – Attelwil, Staffelbach und Moosleerau stimmten bereits zu. Der Gemeinderat wird bei der Finanzierung Schritt für Schritt vorgehen.

Sie sind die Letzten, die über die Melioration entscheiden werden. Den Stimmberechtigten von Reitnau wird an der Gemeindeversammlung vom 14. September beantragt, die Melioration einzuleiten. Der Dorfteil Attelwil hatte dies schon an der Sommergmeind 2018 beschlossen, ebenso wie die anderen Meliorationsgemeinden Moosleerau und Staffelbach.

Melioration, das bedeutet vor allem eine Neumodellierung der landwirtschaftlichen Parzellen. Daneben werden Bäche freigelegt und das Wegnetz erneuert.

Alleingang käme um Vielfaches teurer

Die Melioration macht für den Kanton im Rahmen des Hochwasserschutzprojekts Sinn, da alles im gleichen Arbeitsgang erledigt werden kann. Auch für die Gemeinde mache eine Melioration Sinn, sagte Markus Zum-steg, Leiter Sektion Wasserbau, den Reitnauern an einer Infoveranstaltung. Denn von den Kosten über 8,3 Millionen Franken für die Vorplanung müssten sie nur 1,6 Millionen bezahlen – dank der Synergieeffekte und des Kostensplitts auf Bund, Kanton und Gemeinde.

Eine Melioration zu einem späteren Zeitpunkt, ausserhalb des Hochwasserschutzprojekts, käme für die Gemeinde um ein Vielfaches teurer zu stehen. Einigen Grundeigentümern macht eine Melioration trotz der Vorteile Bauchweh. Nicht nur weil sie, gerechnet am gewonnen Vorteil, pro Hektare einen Beitrag entrichten müssen (im Fall von Reitnau sind es insgesamt 320'000 Franken), sondern auch wegen der Unsicherheit, wie gut Lage und Qualität ihres neuen Grundstücks sind.

Allzu grosse Sorgen der Landwirte waren am Infoabend in der gut besetzten Mehrzweckhalle jedoch nicht auszumachen. Nur etwas Skepsis, ob die Experten in ihren Sesseln in Aarau denn die Reitnauer Verhältnisse genau kennen und die eingegangenen Anliegen nachvollziehen können. Ebenfalls wurde die Frage aufgeworfen, ob der Kanton Luzern sein Suhre-Ufer auch revitalisieren werde oder ob die Suhre dort, wo sie auf der Kantonsgrenze verläuft, nur einseitig revitalisiert wird.

Markus Zumsteg musste zugeben, dass die Luzerner hier hinterher sind und deren Ufer erst später an die Reihe kommt. Auch kam die Frage, ob dies denn den Steuerfuss beeinflusse. Der zuständige Gemeinderat Peter Hochuli stellte in Aussicht, der Steuerfuss könnte in Zukunft steigen, dies aber auch wegen der Fusion mit Attelwil.

Arbeiten könnten 2024 beginnen

Der Antrag an der Gmeind lautet auf Einleitung und Durchführung der Melioration. Ein Kredit wird – wie auch in den anderen Meliorationsgemeinden – nicht beantragt. Da sich die Melioration über etwa 10 Jahre hinzieht, wird der Gemeinderat bei der Finanzierung Schritt für Schritt vorgehen.

Die 1,6 Millionen Franken sind dabei nur gut die Hälfte der zu erwartenden Kosten. Wie Matthias Müller, Leiter Abteilung Landwirtschaft, am Infoabend erklärte, kommt auf die Gemeinde ein zusätzlicher Betrag von etwa 1,4 Millionen Franken an Wasserleitungsbau im Baugebiet zu.

Reitnau wollte den Antrag eigentlich an der Wintergmeind 2019 absegnen lassen. Dann verschob der Kanton die Auflage zum Richtplaneintrag zum Hochwasserschutzprojekt (Hochwasserschutzbecken auf Höhe Staffelbach, Revitalisierung Suhre und Meliorationen). Der Gemeinderat Reitnau vertagte das Traktandum bis zum Grossratsentscheid. Dieser wurde im letzten November gefällt.

Sagt die Gmeind Ja, dann wird sie als nächsten Schritt ein konkretes Projekt ausarbeiten und ein Mitwirkungsverfahren durchführen. Mit den eigentlichen Arbeiten, so schätzen die Kantonsexperten, könnte 2024 begonnen werden.

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