Wie die AZ berichtete, hat der Gemeinderat Gontenschwil den Kampf für eine eigene Oberstufe aufgegeben: Er wird dem Souverän an der Wintergemeindeversammlung beantragen, sich doch noch der neuen Kreisschule aargauSüd anzuschliessen – mit einer Vertragslösung. Das ist mit erheblichen finanziellen Konsequenzen verbunden. Weil das Schulhaus Husmatt künftig fast ganz leer steht und weil die Schulgelder von auswärtigen Schülern wegfallen, droht eine Steuerfusserhöhung von bis 10 Prozent.

Der Gemeinderat tut alles, um die Variante «Weniger Schule, mehr Steuern» zu verhindern. Er hat eine Abgeltungsforderung von rund 870'000 Franken bei der Kreisschule Homberg gestellt. Dies, weil das Schulhaus Husmatt noch nicht ganz abgeschrieben ist. Errechnet hat den Betrag das kantonale Gemeindeinspektorat.

Die Oberstufen-Kreissschule Homberg gibt es noch bis Ende Jahr. Dann geht sie in der Kreisschule aargauSüd auf und wird als Organisation (Gemeindeverband) aufgelöst. «Das Gesetz macht Aussagen, wonach sich die Träger der Schule einig sein müssen, wie sie voneinandergehen», erklärte Frau Gemeindeammann Renate Gautschy Ende Mai der AZ. Weil Gontenschwil ohne Entschädigung dagegen ist, besteht diese Einigkeit nicht.

Die anderen «Homberg»-Gemeinden sehen das anders. «Die Gemeindevertreter der Kreisschule Homberg (Kreisschulrat) haben die Abgeltungsentschädigung abgelehnt», schrieb Renate Gautschy am Dienstag der AZ. «Der Gemeinderat Gontenschwil wird nun die nächsten Schritte festlegen.» Ein Rechtsstreit ist nicht ausgeschlossen.(uhg)