Gontenschwil hat den Kampf um eine eigene Oberstufe aufgegeben: Der Gemeinderat beantragt dem Souverän, sich doch noch der neuen Kreisschule aargauSüd anzuschliessen – mit einer Vertragslösung. Das ist mit erheblichen finanziellen Konsequenzen verbunden. Weil das Schulhaus Husmatt («Crèmeschnitte» genannt) künftig fast ganz leer steht und weil die Schulgelder von auswärtigen Schülern wegfallen, droht eine Steuerfusserhöhung von bis 10 Prozent. Der Gemeinderat tut alles, um die Variante «Weniger Schule, mehr Steuern» zu verhindern. Und er ist dabei fündig geworden: Er hat eine Abgeltungsforderung von rund 870'000 Franken bei der Kreisschule Homberg gestellt, wie Frau Gemeindeammann Renate Gautschy einen «Wynentaler»-Bericht bestätigte.

Uneinigkeit über Auflösung

Die Oberstufen-Kreissschule Homberg (470 Schüler, 80 Lehrer) gibt es noch bis Ende Jahr. Dann geht sie in der Kreisschule aargauSüd auf und wird als Organisation (Gemeindeverband) aufgelöst. «Homberg» gehören die sechs Gemeinden Beinwil am See, Birrwil, Gontenschwil, Leimbach, Reinach und Zetzwil an. Schulstandorte sind noch bis Sommer 2020 Reinach und Gontenschwil – dann fällt Gontenschwil weg.
Der Gemeinderat Gontenschwil hat ein Rechtsgutachten erstellen lassen, um die genauen Modalitäten der Kreisschul-Auflösung abzuklären. «Das Gesetz macht Aussagen, wonach sich die Träger der Schule einig sein müssen, wie sie voneinandergehen», erklärt Renate Gautschy. Und das ist im Fall von «Homberg» nicht der Fall – wegen Gontenschwil. Denn die Gemeinde fordert eine Entschädigung, weil das Schulhaus Husmatt» noch nicht ganz abgeschrieben ist. Und sie hat sich den Betrag von einer Stelle mit Gewicht errechnen lassen: vom kantonalen Gemeindeinspektorat. Dieses kam auf rund 870'000 Franken. Die Forderung ist deponiert. «Wir erwarten zeitnah einen Entscheid», so Gautschy. Und sie schiebt als Argument noch nach: Die Gontenschwiler hätten nie alleine eine Oberstufenschule gebaut. «Wir haben das immer auch für die Gemeinde Zetzwil gemacht», so Gautschy.

Endlich wieder ein Jugendfest

Neben dem Streit um das Geld gibt es in Gontenschwil auch erfreulichere Aspekte der Schule: beispielsweise das Jugendfest, das vom kommenden Freitag, 24. Mai, bis zum Sonntag durchgeführt wird. Es ist nicht einfach nur ein Kinderanlass, sondern eine richtige Dorfparty, an der sich sieben Vereine und die Feuerwehr mit eigenen Beizchen beteiligen. Das Motto ist «Weltenbummler».

In Gontenschwil gibt es nur alle vier Jahre ein Jugendfest. Zum dritten Mal findet der Anlass ohne den klassischen Umzug statt. Dafür wird am Freitagabend ein Laternenumzug (ab 22.15 Uhr) durchgeführt. Der Anlass beginnt am Freitag mit der Schüler-Olympiade und endet am Sonntag mit einem Bunch.

Einziger Wermutstropfen: Es wird das letzte Gontenschwiler Jugendfest mit eigener Oberstufe sein.