Dürrenäsch

Grosse Leere im Fichtenwald: Borkenkäfer vernichten tonnenweise Holz

Förster Marcel Hablützel mit den gefällten Bäumen.

Förster Marcel Hablützel mit den gefällten Bäumen.

Förster Marcel Hablützel muss wegen des Schädlingsbefalls viele Fichten fällen. Nun hofft er auf Regen.

Das Waldstück ist karg. Wo sich bis vor kurzem noch etliche Fichten aneinanderreihten, herrscht jetzt Leere. Nur die kleinen frisch gesetzten Bäume am Boden lassen erahnen, dass hier einst wieder grosse Bäume stehen sollen. «Wir haben Eichen angepflanzt, die sind robuster als die Fichten und können auch besser mit der Trockenheit umgehen», erklärt Marcel Hablützel, der Förster der Forstbetriebsgemeinschaft Seon. «Die Fichten wurden Opfer des Borkenkäfers», sagt Hablützel und hebt die Rinde eines gefällten Baumes an. Die Borkenkäfer bohren sich in die Rinde und vermehren sich dort. Bis zu 50 Eier können entstehen, pro Jahr gibt es mehrere Zyklen. Sechs Wochen nach der Eiablage sind die Nachkommen geschlechtsreif und flugfähig.

Im vergangenen Jahr mussten der Förster und sein Team wegen des Käfers rund 4500 Kubikmeter Holz aus dem Wald holen. «Ich nehme an, dass es 2020 noch mehr wird», sagt Hablützel. «Wir sind jetzt bei 500 Kubikmeter, letztes Jahr war die Zahl um die Jahreszeit tiefer.» Auch der Regen, der in den vergangenen Wochen gefallen ist, reichte nicht. «Wir hatten dieses Jahr eine hohe Ausgangspopulation, aber das nasse Wetter vergrössert die Zyklen der Tiere wenigstens bis auf zwölf Wochen», so Hablützel. Der Förster hofft nun auf längere Regenperioden. «Würde das Wetter der vergangenen 14 Tage bis August so weitergehen, würde das dem Wald sehr helfen.»

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