Staffelbach
Grosses Interesse an Bildern aus Staffelbach einst und heute

Die Jugend- und Kulturkommission (JuKuKo) zeigte alte und neue Ansichten von markanten Gebäuden im Dorf. Das interessierte vor allem die älteren Staffelbacher.

Peter Weingartner
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Eine historische Flugaufnahme der Gemeinde Staffelbach.

Eine historische Flugaufnahme der Gemeinde Staffelbach.

Alte Bilder wecken Erinnerungen. Wenn Gemeinderat Reinhard Schaffner das Foto des Gebiets Roschbrunnen aus den zwanziger Jahren des letzten Jahrhunderts anschaut, erinnert er sich an die Teerung der Strasse 1967 und die baulichen Veränderungen an den Häusern. Einige existieren gar nicht mehr. Über «Stadien der Verschandelung» witzelt Kurt Hügli aus Bottenwil. Der Postkartensammler hat unter anderen das älteste Bild der alten Mühle zur Ausstellung beigesteuert. Die alte Mühle wird als einziges Gebäude in vier Stadien gezeigt: 1900, 1945, 1960, 2012. Interessant, auch für Priska Hauri, Präsidentin der Jukuko, ist die völlige Neuausrichtung des Daches, während andere Details wie Torbogen und Fenster heute noch am selben Ort sind.

Die Idee der Ausstellung geht auf Hansruedi Hunziker aus Buchs ZH zurück, der Ansichten von Staffelbach sammelt und vor drei Jahren eine Ausstellung angeregt hat. 20 Personen haben Fotos oder Postkarten beigesteuert. Fotograf Martin Pache hat die Fotos ausstellungstauglich gemacht. Auch Kurt Hügli musste seine etwas verfleckte Postkarte von der alten Mühle um 1900 retuschieren.

Die zufällige Begegnung von Elsbeth Frey und Klaus Lampart führte zum literarischen Teil der Vernissage. Lampart hat nämlich seinerzeit die Herausgabe des Buches «Venuslocken» des Staffelbachers Hans Müller (1929 bis 2002) ermöglicht: «Ich durfte Hebamme spielen für Müllers erstes Buch.» Und Lampart gab ein paar Kostproben aus dem Gedichtband: zeitkritische Texte zu Themen, die noch heute aktuell sind wie Umwelt, Geldwelt, Weltraumschrott stehen neben romantischen Naturgedichten. Müller, der unter dem Pseudonym Michael Stern schrieb, verdiene es, dass man sich an ihn erinnert, meinte Lampart, und regte an, sich zu überlegen, ob man nicht zu seinen Ehren in Staffelbach ein Plätzchen finden könnte.

Das mehrheitlich ältere Publikum studierte nicht nur die einzelnen Häuser. Auch die Flugaufnahmen und die Kartenausschnitte (1844 bis 1994), zur Verfügung gestellt von der Vereinigung Heimatkunde Suhrental, wurden genau betrachtet. Oder man machte es wie Urs Holderegger, der sein Hochstudhaus im früheren Zustand mit der Kamera mit nach Hause nahm.

Eine Fortsetzung ist vorgesehen: War die aktuelle Ausstellung dem Dorf und der Landschaft gewidmet, geht es nächstes Jahr um das Dorfleben und das Handwerk, und 2015 sollen Dorfbewohner, Vereine und Schule im Blickpunkt stehen.

Wer Fotos hat, kann sie gerne beisteuern.

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