Schöftland

«Hegmatte»-Gegner kämpfen gegen die Verschleppung ihres Anliegens

Eduard Jakob (l.) und Andres Wälty vom Verein «Pro Landwirtschaftszone Hegmatte».

Eduard Jakob (l.) und Andres Wälty vom Verein «Pro Landwirtschaftszone Hegmatte».

Es ist das umstrittenste Stück Land in Schöftland: Das Hegmatte-Gebiet. Über die Gemeindeinitiative über die Landschaftsschutzzone müsse bald abgestimmt werden, sagt Andres Wälty.

 Das Hegmatte-Gebiet liegt südwestlich des Bahnhofs, eingerahmt von Suhre, Mattenweg, Suhrentalstrasse und Picardiestrasse. Der Verein «Pro Landwirtschaftszone Hegmatte» möchte auf keinen Fall auf den Überbauungs-Kompromissvor-schlag vom Schöftler Gemeinderat, Aargau Verkehr und dem Kanton eingehen, den diese im Mai präsentiert hatten. Demnach sollten nur noch fünf statt zehn Hektare der «Hegmatte» in Siedlungsgebiet umgewandelt werden. Die andere Hälfte verbliebe in der Landwirtschaftszone. Eine entsprechende Richtplan-Botschaft an den Grossen Rat dürfte der Regierungsrat noch in diesem Jahr ausarbeiten.

Der Verein möchte nach wie vor, dass die Schöftler so bald wie möglich über die Gemeindeinitiative abstimmen können, die verlangt, dass die «Hegmatte» durch eine überlagernde Landschaftsschutzzone vor der Überbauung geschützt wird.

Heute steigt das «Hegmatt-Fest»

Die Überbauungsgegner fürchten, dass der Gemeinderat auf Zeit spielt: «Mit einer Abstimmung würde klar, was die Mehrheit der Bewohner möchte, auch als Orientierung für den Grossen Rat», sagt Andres Wälty. Deshalb müsse die Abstimmung stattfinden, bevor der Richtplanentscheid gefällt würde.

Der Ortsbürger ist einer der führenden Köpfe des Vereins und ist in seinem Haus in Sichtweite der Hegmatte in den letzten Zügen, das «Hegmatt-Fest» vorzubereiten. Von 9 bis 18 Uhr können heute Interessierte an den Mattenweg 22 (Schreinerei H. Meier) kommen.

Die Initiative, mit 467 Unterschriften eingereicht, wurde am 16. November letzten Jahres rechtsgültig. Sie ist nicht der einzige Beweis, dass manche Schöftler keine Überbauung wollen: An der Wintergmeind stimmten 75 Prozent der Anwesenden einem Teilrückweisungsantrag der BNO zu, der gleichzeitig die Schaffung einer Landschaftsschutzzone über der «Hegmatte» fordert. Betreffend die Teiländerung wurde inzwischen eine Arbeitsgruppe gebildet, zu der ein Vertreter (Andres Wälty) von «Pro Landschaftszone Hegmatte» zugelassen wurde.

«Kompromissvorschlag ist Salamitaktik»

Der Verein fürchtet, dass der Gemeinderat so lange mit einer Abstimmung zuwarten will, bis das Richtplanverfahren für den Kompromissvorschlag durch ist. «Dann wird es viel schwieriger, per Abstimmung die Überlagerung mit einer Landschaftsschutzzone zu erreichen», sagt Vereinskollege Eduard Jakob, der bei den Infotag-Vorbereitungen hilft.

Beide sehen im Kompromissvorschlag eine Salamitaktik. «Die fünf Hektare, die in der Landwirtschaftszone verbleiben, werden durch das Stumpengleis und die Planstrasse, die zu den neuen Bahn-Infrastrukturen führen, in Stücke geschnitten», sagt Wälty. Sie würden daher für die Landwirtschaft unattraktiv werden und es wäre nur eine Frage der Zeit, bis auch diese Hälfte überbaut würde. Der Verein möchte, dass das neue WSB-Depot und die Werkstatt im Mühleareal gebaut werden. Das ehemalige Industriequartier an der Suhre würde der Gemeinderat aber lieber für zusätzlichen Wohnraum nutzen.

Grundsätzlich an nächster Gemeindeversammlung

Um die Ausgangslage der Kompromisslösung zu verdeutlichen haben die beiden Infotafeln kreiert. Auf diesen können die Besucher heute auch nachlesen, was im «Hegmatte»-Projekt seit November 2017, seit der Gemeinderat das Projekt präsentierte, alles gegangen ist.

Innert welcher Frist muss der Gemeinderat aber die «Hegmatte»-Initiative zur Abstimmung bringen? «Es gibt im kantonalen Recht keine verbindlichen Vorgaben für die Behandlungen von Gemeindeinitiativen (bei Gemeinden mit Gemeindeversammlungen)», sagt Martin Süess von der kantonalen Gemeindeabteilung. «Grundsätzlich sollte über das Initiativbegehren in der nächstmöglichen Gemeindeversammlung abgestimmt werden.»

In Einzelfällen könne der Gemeinderat aber davon abweichen, etwa, wenn komplexe Abklärungen gemacht werden müssten, die mehr Zeit bräuchten.

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